Bildungsminister Sven Teuber: "Rheinland-Pfalz ist gut vorbereitet auf den Ganztagsanspruch"

"Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben alle Erstklässler einen Anspruch auf ein Ganztagsangebot. Wir sehen uns in Rheinland-Pfalz gut vorbereitet, das bestätigt auch der Bericht an die Bundesregierung", sagt Bildungsminister Sven Teuber.

Das Ganztagsförderungsgesetz (Gafög) sieht vor, der Bundesregierung jährlich über den Ausbaustand des Ganztages für Kinder im Grundschulalter zu berichten. Nun ist der dritte Gafög-Bericht erschienen. Neben der jährlichen Auswertung beleuchtet der Bericht dieses Jahr das Thema "Ganztag aus Elternperspektive". Die Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder in Rheinland-Pfalz bewertet der Bericht als positiv.

In den vergangenen Jahren zeigt sich der Ausbau des Angebotes: Während 2023 erst 52 Prozent der Grundschulkinder in Rheinland-Pfalz Ganztagsangebote in Anspruch nahmen, sind es 2025 schon 55 Prozent. Damit liegt das Bundesland etwa im Durchschnitt, deutschlandweit nehmen 57 Prozent der Kinder im Grundschulalter ein Ganztagsangebot wahr. Das entspricht insgesamt 1,9 Millionen Kindern. "Die Bildungs- und Betreuungsangebote helfen Kindern, sich persönlich zu entwickeln. Für Familien bedeuten die Angebote Entlastung, die Kinder werden wohnortnah betreut und gut gefördert", sagt Sven Teuber. 

Rheinland-Pfalz erkannte die Potenziale ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote bereits sehr früh und startete im Jahr 2002 ein Ausbauprogramm des schulischen Ganztags. Seitdem wurde das Netz der Ganztagsschulen landesweit ausgebaut, so dass bereits heute jedes Grundschulkind in Rheinland-Pfalz ein qualitativ hochwertiges schulisches Ganztagsangebot wahrnehmen kann. Das schulische Ganztagsangebot ist mit Ausnahme des Mittagessens, das in Verantwortung des Schulträgers liegt, kostenfrei.

Insgesamt steigt laut dem dritten Gafög-Bericht der Bedarf an Betreuung über Mittag, also bis etwa 14.30 Uhr. Im Jahr 2023 prognostizierte der erste Bericht für Rheinland-Pfalz einen Betreuungsbedarf von 74 Prozent, davon 64 Prozent Ganztags- und 10 Prozent Übermittagsbetreuung. Der aktuelle Bericht prognostiziert 75 Prozent Betreuungsbedarf, davon jedoch 60 Prozent ganztags und 15 Prozent Übermittagsbetreuung. 

Durch die im Gafög verankerte stufenweise Einführung haben bis zum Schuljahr 2029/2030 alle Kinder im Grundschulalter einen Rechtsanspruch auf eine täglich achtstündige Förderung. Diese kann sowohl in Tageseinrichtungen als auch in schulischen Ganztagsangeboten stattfinden. Seit dem Start des Ausbauprogramms des schulischen Ganztags hat das Land im Zeitraum von 2002 bis 2024 Finanzmittel im Umfang von insgesamt mehr als 2,15 Mrd. Euro für die Ganztagsschulen zur Verfügung gestellt. Hiervon wurden über 328 Mio. Euro zur Förderung des Schulbaus genutzt. Um Ganztagsangebote für Kinder im Grundschulalter qualitativ und quantitativ auszubauen, stellt der Bund im Investitionsprogramm"„Ganztagsausbau", weitere Finanzmittel zur Verfügung und beteiligt sich damit an der finanziellen Entlastung der Länder. Rheinland-Pfalz fallen hier Fördermittel in Höhe von rund 132,5 Mio. Euro zu.

Der diesjährige Themenschwerpunkt "Ganztag aus Elternperspektive" des 3. Gafög-Berichts widmet sich dem Ganztag aus Elternsicht. Die zu ihren Erfahrungen interviewten Sorgeberechtigten beschreiben den Ganztag als positiv und als Selbstverständlichkeit, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Das Bestehen qualitativ hochwertiger Ganztagsangebote wird als Bedingung für die Entlastung von Familien vorausgesetzt. Deshalb wünschen sich die Befragten, dass stärker auf die Bedürfnisse von Eltern eingegangen wird und der Ganztag weiter ausgebaut wird.

 

Text: Pressemitteilung des Ministeriums für Bildung vom 29.12.2025