| Sprachförderung

Schulbank statt Schwimmbad: Feriensprachkurse helfen Kindern über Barrieren hinweg

„Wenn Kinder und Lehrkräfte im Hochsommer die Schulbank gegen das Schwimmbad tauschen, dann ist das ein ganz starkes Zeichen: für Motivation und Leistungsbereitschaft einerseits, für Hilfsbereitschaft und Engagement andererseits.“ Beeindruckt zeigte sich die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig, als sie am Mittwoch den Feriensprachkurs von Ministerium und Volkshochschule an der Michael-Thonet-Grundschule in Boppard besuchte. „Sprachkenntnisse sind die Grundlage für Bildungserfolg, gute Integration und gesellschaftliche Teilhabe.“
Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig beim Feriensprachkurs an der Michael-Thonet-Grundschule in Boppard.
Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig beim Feriensprachkurs an der Michael-Thonet-Grundschule in Boppard.

In diesem Sommer finden landesweit 161 Feriensprachkurse statt, von denen rund 1.450 Schülerinnen und Schüler profitieren – davon 105 Kurse an Grundschulen, 52 an weiterführenden Schulen und vier an berufsbildenden Schulen. Für die Feriensprachkurse stellt das Land 1,25 Millionen Euro bereit, das Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr beteiligt sich zusätzlich mit 50.000 Euro. Insgesamt investiert Rheinland-Pfalz im Haushaltsjahr 2026 über 90 Millionen Euro in die Sprachförderung.

Bildungschancen dürfen nicht an Sprachbarrieren scheitern – das sei das klare Bekenntnis der Landesregierung, sagte Eiling-Hütig. Bereits seit 2009 leisten die Feriensprachkurse mit niedrigschwelligen Spracherwerbs- und Sprachförderangeboten einen wichtigen Beitrag zur Integration. In kleinen Gruppen und mit spielerischen Methoden lernen Kinder und Jugendliche, sich in Alltagssituationen zurechtzufinden und Grundlagen zu festigen – damit der Einstieg in den Schulalltag nach den Ferien leichter gelingt. Ein besonderes Novum in diesem Jahr: Erstmals werden Kurse auch für Kinder angeboten, die erst nach den Sommerferien eingeschult werden. Denn Sprachförderung wirkt am nachhaltigsten, je früher sie einsetzt.

Dank an Dozentinnen und Dozenten der Volkshochschulen

Boppard steht dabei exemplarisch für das Gelingen dieses Konzepts. Seit 2014 bietet die Volkshochschule Boppard Feriensprachkurse an. In den vergangenen drei Jahren nahmen insgesamt 266 Schülerinnen und Schüler in 32 Kursen teil. Das Erfolgsmodell basiert auf starker Partnerschaft: Das Bildungsministerium steuert und finanziert die Kurse maßgeblich und stellt Lehr- und Lernmittel zur Verfügung. Das Innenministerium beteiligt sich an der Finanzierung. Die Volkshochschulen bringen ihr didaktisch-methodisches Know-how ein. „Ich bin sehr froh, dass das Land mit dem Verband der Volkshochschulen seit vielen Jahren einen verlässlichen Partner an der Seite hat, um Kindern und Jugendlichen die Förderung zu ermöglichen, die sie brauchen. Mein Dank gilt allen Dozentinnen und Dozenten sowie den Beteiligten an den Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz, die in ihren Ferien dazu beitragen, dass Kinder einen guten Start in ihre Bildungslaufbahn haben können“, so die Ministerin. „Frühzeitige Förderung hilft dabei, dass die Kinder mit einem ähnlichen Lernstand in die Schule kommen und Lehrkräfte sich auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können. Wenn man zugleich sieht, mit wie viel Freude, Spaß am Lernen und dem Wunsch, sich zu verbessern, die Kinder hier dabei sind, dann kann man nur sagen: Der Einsatz für die Feriensprachkurse lohnt sich.“

„Wir freuen uns sehr über den Besuch der Bildungsministerin in Boppard und der Staatssekretärin in Andernach“, betonte Ute Friedrich, Direktorin des vhs-Verbandes Rheinland-Pfalz. „Die Feriensprachkurse, die unsere Volkshochschulen seit jeher in bewährter Kooperation mit den Schulen anbieten, sind ein verlässlicher Baustein für Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. Dass dieses erfolgreiche Konzept auch von der neuen Landesregierung fortgeführt wird, begrüßen wir ausdrücklich. Unsere Kolleginnen und Kollegen bringen das pädagogische Know-how und die praktische Unterstützung mit, die Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen benötigen – in diesem Jahr erstmals sogar für Kinder, die erst nach den Sommerferien in die Schule starten. So legen wir gemeinsam den Grundstein für einen guten Start in den Schulalltag.“

Zurück