Fortbildungsreihe "Globales Lernen in Aktion": Praxisworkshops für Multiplikator*innen in der außerschulischen und schulischen Bildungsarbeit
Die Fortbildungsreihe „Globales Lernen in Aktion“ richtet sich an Mitarbeitende in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit bspw. an Multiplikator*innen, Bildungsreferent*innen und Lehrkräfte, die neue Lehr- und Lernmethoden außerhalb von (Klassen-)Räumen kennenlernen und ausprobieren möchten. Handlungsleitend sind die übergreifenden Themen nachhaltige Entwicklung und Lernen in globalen Zusammenhängen.
Im Rahmen der Fortbildungsreihe finden im Jahr 2026 zwei verschiedene Workshops statt. Workshop 1 thematisiert die Gestaltung von wünschenswerten Zukunftsszenarien mit Hilfe von Methoden der Utopien-Bildung. Workshop 2 beschäftigt sich mit dem Konzept der Politischen Pflanze und den Möglichkeiten, globale Zusammenhänge anhand bestimmter Pflanzenarten konkret vermitteln zu können.
Die Workshops sind eine Fortführung der Fortbildungsreihe „Globales Lernen in Aktion“, die seit 2017 jährlich in Rheinland-Pfalz stattfindet. Ziel dieser Fortbildungsreihe ist, ein umfassendes Verständnis von BNE zu fördern. Die diesjährigen thematischen Schwerpunkte reagieren auf Wünsche und die Resonanz der Teilnehmenden aus den vergangenen Jahren.
Beide Workshops sind als Lehrkräfte-Fortbildung anerkannt (PL-Nummer). Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Kosten für die Verpflegung werden durch die Veranstalter*innen übernommen. Die Fahrtkosten können nicht erstattet werden. Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis eine Woche vor der jeweiligen Veranstaltung über folgenden Link an: https://eveeno.com/glia26. Kontakt und Information: elan-rlp.de
Veranstalter*innen:
- Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Rheinland-Pfalz (ANU RLP) e.V.
- Lokale Agenda 21 Trier e.V.
- Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) e.V.
Workshop 1: Von der Utopie zur Vision: Wünschenswerte Zukunftsszenarien zur Nachhaltigkeit realistisch vermitteln
In der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit möchten wir Ursachen und Symptome sozial-ökologischer Problematiken in unserer globalisierten Welt vermitteln. Gleichzeitig sind Menschen täglich mit Negativschlagzeilen und realen Herausforderungen konfrontiert. Klimakrise, Inflation, Kriege sowie gesellschaftliche und geopolitische Veränderungen lösen berechtigte Zukunftsängste und Ohnmachtsgefühle aus. Parallel bemühen sich sozial-ökologische Akteur*innen drum, positive Entwicklungen und Geschichten des Gelingens als Good News und reales Gegengewicht sichtbarer zu machen. In diesem Spannungsverhältnis gilt
es ins Handeln zu kommen, um kleine sowie große Narrative zu verändern, dabei Selbstwirksamkeit zu erfahren und die Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Als Inspiration können Methoden der Utopie-Bildung und zukunftsweisende Fähigkeiten wie Futures Literacy genutzt werden. In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit zentralen Fragen wie: Wie kann ein gutes und lebenswertes Leben für alle Menschen aussehen? Welche wünschenswerten Zukunftsbilder braucht es dafür? Wie können wir diese gemeinsam ins Leben rufen und kommunizieren? Der Ansatz ist wertegeleitet, hinterfragt Strukturen und zielt auf
langfristige Veränderungen ab.
Damit die Erzählungen nicht im luftleeren Raum bleiben stellen wir uns zudem die Fragen: Wie können Formate gestaltet werden, so dass die entwickelten Visionen Potential haben, Realität zu werden und motivieren? Wie können wir Menschen dafür gewinnen gemeinsam die nächsten
Schritte zu gehen?
Neben einer wissenschaftlichen Einordnung beinhaltet das Programm viele anwendungsbezogene Methoden für die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, wie z.B.
Futures Wheel, 3-Horizon-Chart & 7-Provocations-Method, u.v.m.
Die Fortbildung richtet sich an Bildner*innen, Lehrkräfte, Studierende, Multiplikator*innen und weitere Akteur*innen der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
- Datum: Freitag, der 21. August 2026
- Zeitraum: 9.30 bis 17.00 Uhr
- Ort: Haus Wasserburg, Vallendar (bei Koblenz)
- Referent: Paul Kühn (Research Fellow der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG), Koblenz; Fokus: Zukünftebildung und 4FutureLabs)
- PL-Nummer 26ST025402
Workshop 2: Politische Pflanze: Globale Zusammenhänge konkret vermitteln
Pflanzen wirken auf den ersten Blick still und unpolitisch. Doch bei genauerem Hinsehen erzählen viele von ihnen Geschichten von Kolonialismus, globalen
Handelsbeziehungen, Landnutzungskonflikten, Biodiversitätsverlust, Ernährungssouveränität und Klimagerechtigkeit. Pflanzen sind eingebunden in
politische Entscheidungen, wirtschaftliche Interessen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse – sie sind zutiefst politisch.
In der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit bietet die Auseinandersetzung mit Pflanzen einen niedrigschwelligen und zugleich wirkungsvollen Zugang zu globalen Zusammenhängen. Am Beispiel konkreter Pflanzen – etwa Soja, Kakao oder Baumwolle – lassen sich Fragen nach Macht, Ressourcenverteilung, Lieferketten, Widerstand und Alternativen greifbar machen. Gleichzeitig eröffnen Gärten, Orte urbaner Begrünung oder solidarische Landwirtschaftsflächen Räume gelebter Transformation und Selbstwirksamkeit.
In dieser Fortbildung nähern wir uns der „Politischen Pflanze“ aus unterschiedlichen Perspektiven: Wie werden Pflanzen zu politischen Akteur*innen – eingebettet in globale Machtverhältnisse? Welche Geschichten von Ausbeutung, Widerstand und Transformation sind mit ihnen verwoben? Wie können wir Pflanzen als Ausgangspunkt nutzen, um globale Gerechtigkeit, Postwachstum und sozial-ökologische Transformation zu thematisieren? Und wie entstehen aus Bildungsformaten konkrete Handlungsmöglichkeiten?
Die Fortbildung lädt dazu ein, Pflanzen als Türöffner für globale Zusammenhänge zu entdecken – konkret, sinnlich, kritisch und empowernd. Ziel ist es, neue Narrative zu entwickeln, die Zusammenhänge verständlich machen, Handlungsspielräume aufzeigen und Menschen motivieren, sich aktiv an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen zu beteiligen.
Die Fortbildung richtet sich an Bildner*innen, Lehrkräfte, Studierende, Multiplikator*innen und weitere Akteur*innen der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
- Datum: Donnerstag, der 3. September 2026
- Zeitraum: 9.30 bis 17.00 Uhr
- Ort: Grüne Schule im Botanischen Garten der Johannes-Guttenberg-Universität (JGU), Mainz
- Referent*innen: Tony Lindenau (WeltGarten Witzenhausen), Ute Becker (Grüne Schule im Botanischen Garten, Mainz)
- PL-Nummer 26ST025403
→ Download vorläufiges Programm beider Workshops (PDF)
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