| PL-Newsletter 2026-04

Eine Geschichte aus der Vergangenheit für die Zukunft – Zeitzeugin Henriette Kretz zu Gast in Rheinland-Pfalz

Im Februar 2026 hatten Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz eine Woche lang die Möglichkeit, der Zeitzeugin und Holocaust-Überlebenden Henriette Kretz zu begegnen, die ihre Geschichte mit ihnen teilte. Henriette Kretz war dafür mit über neunzig Jahren auf Einladung des Ministeriums für Bildung und des Pädagogischen Landesinstituts aus Antwerpen angereist.
Zeitzeugin Henriette Kretz zu Gast in Rheinland-Pfalz

Im Februar hatten Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz eine Woche lang die Möglichkeit, der Zeitzeugin und Holocaust-Überlebenden Henriette Kretz zu begegnen, die ihre Geschichte mit ihnen teilte. Henriette Kretz war dafür mit über neunzig Jahren auf Einladung des Ministeriums für Bildung und des Pädagogischen Landesinstituts aus Antwerpen angereist.

„Als ich sechs Jahre alt war, hat man mich zum Tod verurteilt – weil ich eine Jüdin war.“ so beginnt Henriette Kretz ihre Erzählung. Sie schildert ihre anfangs glückliche Kindheit in Galizien und wie sich dann alles änderte, als die Deutschen in Polen einmarschierten. Was sie dann erzählt, ist schwer zu ertragen: Sie berichtet von der zunehmenden Ausgrenzung. Wie sie schließlich von ihren geliebten Eltern getrennt wird, um im Versteck bei einer Bekannten zu überleben. Wie sie verraten wird und sich ihre Familie danach monatelang in der Dunkelheit eines Kohlenkellers ohne Bewegungsmöglichkeit versteckt. Als die Familie wieder verraten wird, werden Henriettes Eltern getötet. Mit neun ist das Mädchen ganz allein, völlig auf sich gestellt, in einer feindlichen Umgebung.

Die Geschichte von Henriette Kretz handelt von Ausgrenzung, Verfolgung, Verrat und Tod. Es ist aber auch eine Geschichte über Mut, Widerstand, Liebe und das Überleben gegen alle Wahrscheinlichkeit.

„Ich erzähle meine Geschichte nicht für das was war, sondern für das, was sein wird – eure Zukunft!“, betont Henriette Kretz. Immer wieder geht sie in den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern. Am Ende ist ihre Erzählung ein leidenschaftlicher Appell gegen Rassismus und für das respektvolle Miteinander aller Menschen.

Wir bedanken uns herzlich bei Henriette Kretz, die trotz ihres Alters noch regelmäßig von Antwerpen nach Deutschland reist, um ihre Geschichte mit Schülerinnen und Schülern zu teilen. Außerdem bedanken wir uns bei Stephanie Roth für die Organisation, die Begleitung von Frau Kretz und die einfühlsame Moderation der Gespräche.

Themenseite rund um Zeitzeugenbegegnungen

Alle Informationen rund um schulische Gedenkarbeit und Zeitzeugenbegegnungen finden sich jetzt online kompakt zusammengefasst.

Die Koordinierungsstelle für schulische Gedenkarbeit und Zeitzeugenbegegnungen bietet verschiedene Formen der Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an Ihrer Schule an. Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung, die thematische Einordnung in den Unterricht, Hinweise zu Kontakten sowie auf weitere häufige Fragen finden sich gut zusammengefasst dieser Webseite unter dem Menüpunkt Themen/Zeitzeugenbegegnungen.

Wenn Sie Interesse haben, eine Zeitzeugin oder einen Zeitzeugen an Ihre Schule einzuladen, schreiben Sie eine Mail an gedenkarbeit.antrag(at)pl.rlp.de

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