| PL-Newsletter 2026-10

Künstliche Intelligenz trifft auf Schule und Unterricht: Erster landesweiter Tag der Lehrkräftebildung an der RPTU

ChatGPT im Klassenzimmer, KI-generierte Hausaufgaben und eine neue Prüfungs- und Aufgabenkultur: Künstliche Intelligenz verändert Schule und Unterricht in rasantem Tempo. Doch wie müssen Lehrkräfte aus- und fortgebildet werden, um Schülerinnen und Schüler kompetent und verantwortungsvoll durch diese Entwicklungen zu begleiten? Beim erstmals stattfindenden Tag der Lehrkräftebildung am 1. September 2026 an der RPTU auf dem Campus in Kaiserslautern diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Schulpraxis und Bildungsadministration über Chancen, Herausforderungen und Perspektiven des Lehrens, Lernens und Prüfens im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und gaben in Workshops zugleich praktische Einblicke.
Erster Tag der Lehrkräftebildung gemeinsam mit allen drei Phasen: Universität - Studienseminare - Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz
v.l.n.r.: Prof. Dr. Leo van Waveren (RPTU), Dr. Birgit Pikowsky (PL), Dr. Markus Maier (BM), Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs (RPTU)

Bereits heute verändert Künstliche Intelligenz den Schulalltag: Einerseits eröffnet sie neue Möglichkeiten für Lernen und Unterricht, andererseits wirft sie Fragen zur Leistungsbewertung sowie zum verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Werkzeugen auf. Eine zukunftsorientierte Lehrkräftebildung muss solche Entwicklungen systematisch aufgreifen und angehende wie erfahrene Lehrkräfte dazu befähigen, KI-Technologien reflektiert, verantwortungsvoll und lernförderlich einzusetzen. Genau dieser Herausforderung widmete sich der erste Tag der Lehrkräftebildung, den die RPTU Kaiserslautern-Landau und das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz (PL) am 1. September 2026 gemeinsam auf dem Campus in Kaiserslautern ausrichteten. Rund 150 Personen nahmen an der Pilottagung teil.

Neue Impulse für die Lehrkräftebildung – über alle drei Phasen hinweg

Die Veranstaltung dient als Vernetzungs-, Dialog- und Fortbildungsformat, will Impulse für die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in Rheinland-Pfalz setzen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Schulpraxis und Bildungsadministration stärken. Die Themenfelder reichen dabei von KI-gestützten Lern- und Feedbackprozessen über den Einsatz von KI bei der Unterrichtsplanung bis hin zu Fragen der Schulentwicklung und innovativen Prüfungsformaten. Good-Practice-Beispiele sowie ethische und rechtliche Fragestellungen runden das Tagungsprogramm ab.

Professorin Dr. Mandy Schiefner-Rohs, Vizepräsidentin für Lehre an der RPTU, betont, dass die Veranstaltung ausdrücklich als Vernetzungsformat zwischen allen drei Phasen der Lehrkräftebildung verstanden wird: „Unter dem Schwerpunktthema Künstliche Intelligenz schaffen wir einen Raum, in dem Akteurinnen und Akteure aus Studium, Vorbereitungsdienst sowie Fort- und Weiterbildung miteinander ins Gespräch kommen und voneinander lernen können.“

RPTU verfügt über ausgewiesene KI-Expertise

Der Tag der Lehrkräftebildung findet an einer Universität statt, die seit vielen Jahren intensiv zu Künstlicher Intelligenz forscht: Gemeinsam mit Partnern wie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme sowie den Fraunhofer-Instituten ITWM und IESE bildet die RPTU eines der leistungsfähigsten KI-Ökosysteme Europas. Die Forschenden entwickeln neue Methoden des Maschinellen Lernens, erschließen Anwendungen für die Verfahrenstechnik und nutzen KI, um etwa Umweltauswirkungen präziser vorherzusagen oder Energiesysteme intelligenter und effizienter zu steuern. Gleichzeitig untersucht die Initiative „AI, Computing & Society“ die gesellschaftlichen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Grundlagenforschung für robuste, vertrauenswürdige und verantwortungsvoll einsetzbare KI-Systeme.

Diese an der RPTU vorhandene Expertise fließt in die Qualifizierung von Lehrkräften ein, etwa im Rahmen des Zertifikatsstudiengangs „Lehramt Informatik“, der Erkenntnisse und Entwicklungen der KI-Forschung in die Lehrkräftebildung integriert. Mit dem berufsbegleitenden Angebot können sich auch bereits im Schuldienst tätige Lehrkräfte gezielt weiterqualifizieren.

„Als Technische Universität mit ausgeprägter Expertise in Informatik, Ingenieurwissenschaften und Bildungsforschung verbindet die RPTU technologische Kompetenz mit didaktischer Verantwortung“, unterstreicht Mandy Schiefner-Rohs. „Angehende Lehrkräfte werden künftige Generationen im souveränen und reflektierten Umgang mit KI-Systemen begleiten. Auf diese Aufgabe müssen sie bereits im Studium vorbereitet werden. Die RPTU versteht diese Schnittstelle zwischen technologischer Innovation und pädagogischer Verantwortung als strategisches Zukunftsfeld.“

Angebot des Pädagogischen Landesinstituts

Das Pädagogische Landesinstitut (PL) engagiert sich intensiv für die Begleitung von Schulen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Mit dem Zukunftslabor.KI am Digitalen Kompetenzzentrum des PL werden die Potenziale von KI für Schulen systematisch erschlossen und zugleich Orientierung im Umgang mit neuen Technologien geboten.

Darüber hinaus unterstützt das Zukunftslabor.KI insbesondere bereits tätige Lehrkräfte mit vielfältigen Qualifizierungs-, Beratungs- und Vernetzungsangeboten. Das Angebot umfasst unter anderem die Themenfelder Lernen, Lehren und Prüfen in einer KI-geprägten Welt, Lehrkräftequalifizierung und Schulentwicklung sowie Vernetzung, Trendanalyse und Qualitätssicherung. Ergänzend stehen Formate wie die Masterclass.KI und die Learning Community KI im Bildungsportal Rheinland-Pfalz zur Verfügung. Dort finden Lehrkräfte vertiefende Materialien, Praxisbeispiele sowie Möglichkeiten zum fachlichen Austausch rund um den Einsatz von KI in Schule und Unterricht.

Startschuss für eine neue Veranstaltungsreihe

Der Tag der Lehrkräftebildung wird von der RPTU Kaiserslautern-Landau und dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz gemeinsam verantwortet und ist als Pilotprojekt angelegt. Je nach Erfahrung soll das Format künftig gemeinsam mit den lehrkräftebildenden Institutionen des Landes jährlich an wechselnden Hochschulstandorten und mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen stattfinden.

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