Filmbildung zur Geschichte und Gegenwart von Sinti* und Roma*

Wir brauchen neve paramisija – neue Erzählungen!

Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti* und Roma* ist kaum in der gesellschaftlichen Erinnerung und Verantwortung verankert. Seine Erinnerung und Aufarbeitung mussten damals in der Bürgerrechtsbewegung selbst erkämpft werden. Bis heute werden Sinti* und Roma* im Film wie in unserer Gesellschaft systematisch „vergessen“ oder mit rassistischen Stereotypen dargestellt. Wie auch bei anderen Diskriminierungsformen ist ein Anstieg antiziganistischer Vorfälle zu beobachten.

Das Projekt rückt Filme mit den Perspektiven von Sinti* und Roma* in den Mittelpunkt. Damit vermitteln wir Wissen über den NS-Völkermord an den Sinti* und Roma* und über Antiziganismus in der Gegenwart, stärken demokratische Werte für Vielfalt und Diskriminierungskritik und regen die Auseinandersetzung mit Film als Kunstform an. Wir bieten Filmveranstaltungen für junge und erwachsene Zielgruppen an, entwickeln Bildungsmaterialien, bilden Multiplikator*innen in der Filmbildung weiter und produzieren selbst Kurzfilme.

Das Projekt ist eine Kooperation des Critical Film & Image Hubs an der Forschungsstelle Antiziganismus (Universität Heidelberg) mit Romanity e.V. und Vision Kino – Netzwerk für Film und Medienkompetenz. Die Filmveranstaltungen für Schulklassen finden in Kooperation mit den SchulKinoWochen statt. Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) umgesetzt.

Filme der Sonderreihe

Django - Ein Leben für die Musik

Drama / F 2017 / 117 Min. / FSK ab 12 Jahren
Regie: Étienne Comar
ab 9. Klasse / ab 14 Jahren

Der Film erzählt eine fiktionalisierte Episode aus dem Leben des erfolgreichen SintoJazzgitarristen Django Reinhardt während der deutschen Besatzung Frankreichs im Jahr 1943.
Er thematisiert die Geschichte der Verfolgung von Sinti* und Roma* sowie die Rolle von Musik, Widerstand und individuellem Handeln unter diktatorischen Bedingungen.

Zirkuskind

Doku / D 2025 / 89 Min. / FSK ab 12 Jahren
Regie: Julia Lemke, Anna Koch
ab 3. Klasse / ab 8 Jahren

Der elfjährige Santino wächst im Circus Arena auf. Sein Uropa Ehe erzählt die tollsten Geschichten: von seinen ersten Versuchen als Clown oder dem größten Elefanten aller Zeiten. Doch von ihm lernt Santino auch über die Verfolgung seiner Familie als Sinti* und reisende Menschen durch die Nationalsozialisten und die Vorurteile, die ihnen immer noch begegnen.

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