| bildung.rlp.de

Fachtagung Bildungsgerechtigkeit – starke Schulen dank starker Motivation und einer starken Gemeinschaft

Schulen in herausfordernder Lage stehen heute mehr denn je im Spannungsfeld von Leistungsdruck, sozialen Ungleichheiten und steigenden Belastungen. Gleichzeitig liegt in ihnen ein enormes Potenzial: für Chancengerechtigkeit, für gelingende Bildungsbiografien – und für echte gesellschaftliche Veränderung. Dabei stärken die Schulen Motivation, Beziehung und eine starke Gemeinschaft. Genau hier setzt die Fachtagung des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz (PL) zu Bildungsgerechtigkeit am 29. September 2026 in Speyer an – mit inspirierenden Keynotes aus Neurowissenschaft und Positiver Psychologie sowie entsprechenden vertiefenden Workshops. Die Veranstaltung richtet sich bewusst nicht nur an am Startchancen-Programm beteiligte Schulen, sondern an alle Schulen in herausfordernder Lage.
Foto Podiumsdiskussion
Podiumsdiskussion im Rahmen der Fachtagung

„Eine starke Schulgemeinschaft ist eine essenzielle Basis, um die täglichen Herausforderungen zu meistern. Wie aber gelingt es, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und sich selbst nachhaltig zu motivieren? Und warum ist Beziehung ein zentraler Wirkfaktor für Bildungserfolg? Auf genau diese Aspekte gehen wir wissenschaftlich fundiert, praxisnah und inspirierend ein,“ begrüßte Oliver Appel, stellvertretender Direktor des PL, die 120 teilnehmenden Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte der ausgebuchten Veranstaltung und übergab damit an Prof. em. Dr. Michaela Brohm-Badry, Neurowissenschaftlerin, Autorin und Professorin für Lehr- Lernforschung an der Universität Trier. 

Ein besonderes Highlight stellte das Podiumsgespräch mit Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig, Raimund Leibold (Leiter der Schulaufsicht), Oliver Appel, Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry, Anne-Kathrin Meeth (Schulleiterin Georg-Meistermann-Grundschule, Wittlich) und Nicole Staehle (Schulleiterin Goethe-Realschule plus, Koblenz) dar, bei dem sich die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Bildungspolitik zu den zentralen Fragen unserer Zeit austauschten. 

„Für jedes einzelne Kind zählt, ob es in seiner Schule die Chance bekommt, seine Fähigkeiten zu entfalten und sein Potenzial zu zeigen. Wir können es uns als Land nicht leisten, auch nur ein einziges Kind zurückzulassen. Mit Blick auf den demografischen Wandel brauchen wir die Fähigkeiten und Talente aller jungen Menschen. Bildungsgerechtigkeit heißt für mich, sie so zu fordern und zu fördern, dass sie diese Fähigkeiten und Talente bestmöglich und in ihrem Sinne entwickeln können. Und genau daran möchte ich arbeiten“, so Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig. Sie zeigte sich beeindruckt von dem, was Schulen aus ihrer Praxis berichteten. „Positive Schulkultur, Motivation, Mitgestaltung von Schülerinnen und Schülern, Lernen durch Engagement, gemeinsames Wirken, Förderplanung, multiprofessionelle Zusammenarbeit: Die Bandbreite ist enorm und genauso vielfältig ist auch der Schulalltag an jeder einzelnen Schule. Genau das macht diese Tagung für mich so wertvoll: Sie zeigt nicht die Bildungspolitik von oben, sondern die Bildungswirklichkeit der Schulen selbst, sodass alle voneinander profitieren und lernen können.“

In den praxisorientierten Workshops erhielten die Teilnehmenden zudem konkrete Impulse für den Schulalltag, rund um Motivation im Fachunterricht Deutsch oder Mathematik, zu Selbstfürsorge, erfolgreichen Schulkonzepten aus der Praxis, zu Motivation in herausfordernden Kontexten sowie darüber hinaus Impulse aus der Wirtschaft. Dabei gab es Angebote für jede Rolle im System Schule, von Schulleitung über Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Schulentwicklungsteams. Zusätzlich gab es in den Pausen die Möglichkeit, sich an unterschiedlichen Info-Ständen des PL über weitere unterstützende Angebote für die Weiterentwicklung ihrer Schule zu informieren.

Zurück