„Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen, deshalb handeln wir, um sie in der Schule reflektiert zu nutzen“, sagt der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber. „Wir wollen, dass unsere Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler nicht von KI-Entwicklungen getrieben werden, sondern selbst zu Gestalterinnen und Gestaltern der digitalen Zukunft werden können. Deshalb kommt die Gründung des Zukunftslabors.KI genau zum richtigen Zeitpunkt. Das ist mehr als ein neues Projekt. Es ist ein Signal für Innovationswille und vor allem auch Innovationsmut.“
Am Mittwoch wurde das Zukunftslabor.KI an den Start gebracht. Es ist beim Pädagogischen Landesinstitut in Speyer und dort beim Digitalen Kompetenzzentrum als eigener Arbeitsbereich für KI angesiedelt. Ein KI-Team aus Lehrkräften aller Schularten mit speziellem Wissen zu Künstlicher Intelligenz im Unterricht bündelt dort die Landesaktivitäten und Projekte zu diesem Thema. „Rheinland-Pfalz ist bei KI schon jetzt absoluter Vorreiter“, sagte Teuber. „Wir haben seit zwei Jahren die KI-Plattform fobizz kostenlos und für alle Schulen im Einsatz und wir bilden unsere Lehrkräfte fort. Das Zukunftslabor.KI bündelt das Wissen und die Initiativen und macht sie nutzbar für die Zukunft: Entwickeln, erproben, evaluieren und dann in den Schulalltag übertragen – so soll die Arbeit im Zukunftlabor.KI ablaufen.“
Für den neuen Arbeitsbereich wurden drei strategische Ziele formuliert: Lernen, Lehren und prüfen in der KI-geprägten Welt, die Fortbildung der Lehrkräfte und damit verbunden die Entwicklung von Unterricht und Schule und nicht zuletzt die Vernetzung, Analyse neuer Trends und Sicherung der erreichten Qualitätsstandards. Wie groß und weit die KI-Welt ist, wurde bei den zahlreichen Workshops zum Kickoff des Zukunftlabors.KI deutlich: Neben dem KI-Einsatz in den MINT-Fächern wurde genauso erörtert, wie man mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Fremdsprachen erlernen kann, aber auch der Einsatz in Literatur-, Geschichts- und Politikunterricht. Zudem versuchten die Teilnehmenden beim „Promptathon“, in möglichst kurzer Zeit Unterrichtsreihen und Feedback zu Schülerarbeiten zu erzeugen. Und zwar durch geschicktes Prompten – also die Kunst, der KI durch schlaue Fragen möglichst viele gute Ergebnisse zu entlocken.
„Das Zukunftslabor.KI bietet einen Raum für Kreativität, Innovation und den Austausch von Ideen, um die Potenziale der Künstlichen Intelligenz in Schule bestmöglich zu nutzen. Um KI in Schule sinnvoll einsetzen zu können, brauchen wir mehr als Instrumente und Endgeräte. Es bedarf menschlicher Intelligenz, sozialer Interaktionen und gemeinsamer Erfahrungen. Das möchten wir mit unserem Angebot ermöglichen“, betonte Dr. Birgit Pikowsky, Direktorin des Pädagogischen Landesinstituts.
„Für uns bedeutet gute Bildung: Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen, wir bereiten sie aufs Leben vor, wir nehmen die großen Entwicklungen der Zeit auf. Wir machen Schülerinnen und Schüler kompetent, damit sie die großen Veränderungen nicht als Betroffene erleben, sondern selbstbestimmt mitgestalten können. Das Zukunftslaber.KI trägt dazu bei, dass Lehrkräfte genau diese Kernaufgabe im Sinne der Kinder und Jugendlichen noch besser wahrnehmen können. Dafür danke ich Ihnen sehr“, so Teuber abschließend.
Weitere Informationen
Das Zukunftslabor.KI auf dem Bildungsserver: https://bildung.rlp.de/zukunftslabor/ki