Die Herausforderung der Digitalisierung

Schulen stehen vor der Herausforderung, ihre digitale Infrastruktur modern, sicher und datenschutzkonform zu gestalten. Gleichzeitig sollen die eingesetzten Systeme einfach zu bedienen sein und den pädagogischen Anforderungen gerecht werden. Viele Schulen nutzen derzeit eine Vielzahl unterschiedlicher Einzellösungen für E-Mail, Dateiablage, Kommunikation und Verwaltung – was zu Medienbrüchen, mehrfachen Anmeldungen und einem hohen Verwaltungsaufwand führt.

Aufgrund der sich sehr rasch weiterentwickelnden IT-Landschaft hat das Land Rheinland-Pfalz eine europaweite Ausschreibung für die Neuentwicklung von MNS+ durchgeführt, um Schulen eine verlässliche und zukunftsorientierte Softwarelösung anbieten zu können. Den Zuschlag hierzu erhielt die im Bildungsbereich sehr gut etablierte Firma IServ.

Die bekannten Rahmenbedingungen zur Verwendung von MNS+ werden für IServ RLP weitergeführt. Dies bedeutet: 

  • Die Nutzung oder Einführung von IServ RLP ist freiwillig, die Entscheidung wird vor Ort getroffen.
  • Die Schulen können die Software IServ RLP lizenzkostenfrei nutzen, da sie vom Land bereitgestellt wird. 
  • Der Betrieb erfolgt schulindividuell (im Allgemeinen lokal) durch den Schulträger.
  • Voraussetzung für die Nutzung der Software ist wie bei MNS+ die technische Administration durch einen zertifizierten Supportdienstleister oder den zertifizierten Schulträger, die den qualitativen Betrieb von IServ RLP vor Ort sicherstellt. 
  • Die Einführung spezifischer Module in einer Schule soll in gegenseitiger Abstimmung/Absprache zwischen Schulträger und Schule erfolgen. 
  • Die Anwendungsbetreuung und das Accountmanagement erfolgen durch den Schulträger.
  • Die Software MNS+ werden Sie bis voraussichtlich 2027 weiter nutzen können, sodass ein sofortiger Umstieg nicht notwendig ist.

Die Pilotphase von IServ RLP nähert sich ihrem Abschluss. Derzeit werden die letzten notwendigen Anpassungen entwickelt und in die Plattform implementiert. Über die Verfügbarkeit werden die Schulträger und Schulen zu gegebener Zeit informiert.

Was bietet Iserv RLP?

IServ RLP ist die neue, eigenständige Softwarelösung des Landes Rheinland‑Pfalz und ersetzt das bisher genutzte MNS+. Die Plattform basiert auf der etablierten Lösung IServ und wurde für Rheinland-Pfalz angepasst, um Schulen eine leistungsfähige, sichere und verlässlich betriebene digitale Arbeitsumgebung zu bieten. Bestimmte Funktionsbereiche werden vor einer breiteren Verfügbarkeit zunächst in ausgewählten Pilotschulen erprobt. Der Pilotbetrieb dient dazu, Praxisbetrieb, Benutzerfreundlichkeit und die Einhaltung datenschutzrechtlicher Anforderungen zu prüfen. Pilotschulen sind bewusst auf einen begrenzten Kreis beschränkt, um Betriebserfahrungen zu sammeln und notwendige Anpassungen vorzunehmen. Die Nutzung im Pilotbetrieb begründet keine automatische, flächendeckende Aktivierung dieser Funktionen für anderer Schulen. 

Ein zentraler technischer Vorteil von IServ RLP ist die Anbindung an das Bildungsportal RLP. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler nutzen Single Sign‑On (SSO) und kommen mit nur einem Login direkt in die Plattform und an verknüpfte Landesangebote. Das reduziert Passwort‑Aufwand und Supportbelastung, beschleunigt den Einstieg in den Alltag und sorgt für ein konsistentes, intuitives Nutzererlebnis. Die zentrale Identitätsverwaltung vereinfacht Provisionierung und Rechteverwaltung, unterstützt sichere Authentifizierungsstandards und entlastet die IT‑Administration.

IServ RLP bietet funktionale Unterstützung für schulische Abläufe, ersetzt vorhandene landesweite Fachlösungen mit bestehenden Lizenzen oder speziellen Beschaffungswegen jedoch nicht automatisch. Welche Funktionen an einer Schule bereitgestellt und aktiviert werden, entscheiden Schulträger und Schule in Abstimmung. Vorhandene Lizenzvereinbarungen und rechtliche Vorgaben werden dabei berücksichtigt. So bleiben bewährte Abläufe erhalten, während Schulen zugleich von einer modernen, einheitlichen Plattform profitieren.

Einige spezifische Funktionen sind nicht Teil des bereitgestellten Leistungspakets. Für weiterführende Schulen sind beispielsweise Module für Klassenbuch, Stunden‑/Vertretungsplanung und Abwesenheitsverwaltung nicht als Standardbausteine vorgesehen. Hierzu gibt es eine separate Lösung, die durch das Bildungsministerium bereitgestellt werden wird. Ebenso ist eine landesweite Bereitstellung eines IServ‑Messenger für alle Schulen nicht verfügbar. Für die schulische Kommunikation nutzen Sie bitte weiterhin die bereits etablierte und bewährte Landeslösung Schulchat RLP, die speziell für die Anforderungen des schulischen Kontexts entwickelt wurde und datenschutzrechtlich geprüft ist. Der Schulchat RLP ist Bestandteil des Schulcampus und für Schulen darüber kostenfrei nutzbar. Darüber hinaus ist das Eduplaces-Modul nicht Bestandteil des Leistungsumfangs von IServ RLP. Die Bereitstellung einer integrierten Mobilgeräteverwaltungsfunktion (MDM) ist gegenwärtig ebenfalls nicht verfügbar.
Diese Festlegungen gelten für die Standardausstattung und sollen den Rahmen für eine einheitliche und rechtssichere Umsetzung schaffen. Zugleich werden Übergangsregelungen und Einzelfalllösungen für Schulen mit bestehenden kommerziellen IServ‑Lizenzen sowie für laufende Pilotinstallationen geprüft, damit der Betrieb möglichst reibungslos weiterläuft.

Die konkrete Ausstattung einer Schule mit den verfügbaren Werkzeugen wird lokal festgelegt. Schulträger und Schulleitung bestimmen gemeinsam, welche Komponenten sinnvoll eingesetzt werden. Das Land stellt die Plattform, begleitet die Einführung und sorgt für rechtliche und datenschutzkonforme Rahmenbedingungen. Die Einführung erfolgt schrittweise, begleitet von Informations‑ und Qualifizierungsangeboten sowie gezielter Unterstützung, damit Teams die neuen Möglichkeiten sicher und effektiv nutzen können. Erkenntnisse aus den Piloten fließen kontinuierlich in Optimierungen ein, sodass IServ RLP praxistauglich, stabil und sicher in Unterricht und Verwaltung integriert werden kann. Ziel ist eine nachhaltige Digitalisierung, die Routineaufgaben vereinfacht, Kommunikationswege klärt und Schulen verlässliche Werkzeuge an die Hand gibt.