"Schlag den Frank" - Fachleiter Jung in Ruhestand verabschiedet
Nach 15 Jahren Diensttätigkeit als hauptamlicher Fachleiter für Sport wurde nun im Rahmen des diesjährigen Sommerfestes in Nieder-Olm Frank Jung in den Ruhestand verabschiedet. Neben dem derzeitigen Personal des Seminars kamen auch 10 ehemalige Anwärterinnen und Anwärter zur Feierstunde, um sich mit dem scheidenden Fachleiter bei einem "Schlag den Frank" ein letztes maß sportlich zu messen. Der Sieg ging diesmal an die jüngeren Kolleginenn und Kollegen. Sport war nicht das einzige Betätigungsfeld des Funktionsstellenträgers. Der Appenheimer profilierte maßgeblich die Ausbildung der Lehkräfte für Fachpraxis, trieb erlebnispädagogische Elemente voran, führte die Rechtskundeveranstaltungen durch und setzte wesentliche Impulse zur Mediendidaktik. Auf diese Tätigkeitsfelder verwies Seminarleiter Prof. Dr. Markus Böhner. Vor allem aber - und das wird den meisten wohl in Erinnerung bleiben - initiierte er stets aufs neue wechselnde Formationen in der Seminarband. Und so hieß es im Juni zum letzten mal unter seiner Leitung "Oye como va, wir grooven im Studienseminar".

Die F 26 macht sich auf den Weg – Stolpersteine: das Erbe von Mainz Demokratiegeschichte auf Mainzer Wegen
Bei strahlendem Sonnenschein, sommerlichen Temperaturen und mit einer letzten Stärkung im Gepäck starteten wir mit Herrn Veith und Herrn Volk unsere Demokratie-Veranstaltung „Stolpersteine – das Erbe von Mainz“. Schon zu Beginn war klar: Dieser Tag würde nicht nur ein historischer Stadtrundgang werden, sondern eine lebendige, kreative und stellenweise auch sehr warme Auseinandersetzung mit Mainzer Erinnerungsorten der Verfolgung und des Gedenkens, aber auch mit der Demokratiegeschichte...

Das Konzept der Veranstaltung war ebenso einfach wie wirkungsvoll: Jede Gruppe übernahm eine Ortspatenschaft für eine Station auf der Route und stellte das jeweilige „Erbe von Mainz“ mithilfe einer eigenen Methode dar. So wurde Geschichte nicht nur erzählt, sondern gespielt, diskutiert, befragt, inszeniert und gemeinsam erschlossen.

Der Auftakt führte uns vom Hauptbahnhof sozusagen um die Ecke zum Geburtshaus von Anna Seghers. Unter dem Titel „Kommunistin im Exil“ wurde hier das literarische Denkmal Das siebte Kreuz in Form einer Podiumsdiskussion aufgegriffen. Die Diskutanten und Diskutantinnen waren: Der Geist Anna Seghers, eine junge Person der Gegenwart, ein ziemlich vehementer Kritiker und natürlich ein Moderator. Sie machten trotz Straßen- und Baustellenlärm einprägsam deutlich, wie Zivilcourage im Kleinen
beginnt und somit wie eng Literatur, politische Haltung, Exilerfahrung und Widerstand miteinander verbunden sind. Damit war gleich zu Beginn gesetzt: Demokratiegeschichte lebt von Stimmen, Perspektiven und auch von Widerspruch.
Auf dem Weg zur zweiten Station gab es einen kleinen Exkurs über die farbliche Bedeutung der Mainzer Straßenschilder. So wurde der Stadtraum selbst zum historischen Lernort — und manch alltägliches, manchmal scheinbar „scheppes“ Schild bekam plötzlich eine neue Bedeutung, nämlich blau = parallel zum Rhein und rot = senkrecht zum Rhein. Deshalb also auch das „Scheppe…“.

Die zweite Station war Eugen Salomon gewidmet, Vereinsgründer, Stolperstein und eng mit der Geschichte von Mainz 05 verbunden. Aufgrund des unerwartet sommerlichen Wetters wurde die Präsentation kurzerhand in den Schatten gegenüber dem Haus verlegt
— eine Entscheidung, die sowohl pädagogisch als auch körperlich absolut sinnvoll war. Mit einem Rollenspiel inkl. Requisiten wurde Salomons Geschichte anschaulich dargestellt. Die Station zeigte, wie Menschen, die fester Bestandteil der Gesellschaft sind, durch politischen Irrsinn ausgeschlossen werden aber auch, wie durch engagierte Erinnerungsarbeit, Licht ins Dunkel der Geschichte gebracht wird und Erinnerungskultur – hoffentlich – Teil einer Vereinskultur wird.

Anschließend folgte ein längerer Fußweg durch die Mainzer Neustadt. Da es sich um den ersten, sehr warmen Tag des Jahres handelte und niemand wirklich auf diese Hitze vorbereitet war, wurde die Route demokratisch-pragmatisch erweitert: Ein Zwischenstopp an der Eisdiele N’Eis wurde zur inoffiziellen dritten Station. Man könnte sagen: Auch Demokratie braucht Abkühlung. Neben der wohlverdienten Erfrischung zeigte dieser Halt, dass gutes Lernen manchmal genau dort stattfindet, wo man kurz innehält.
Ein weiterer Zwischenstopp führte uns zur Mainzer Synagoge. Auch wenn hiervon leider kein Bild vorhanden ist, war dieser Moment ein wichtiger Bestandteil des Weges. Die Synagoge steht als markanter Ort für jüdisches Leben in Mainz, für Erinnerung, Gegenwart
und die Verantwortung, Geschichte nicht abstrakt, sondern im Stadtraum konkret wahrzunehmen.
Danach ging es weiter zum neu gestalteten Zollhafen und dem dort ikonischen vergoldeten Gebäude. Dort wurde nicht nur über Stadtentwicklung gesprochen, sondern auch über ein sehr spezielles Mainzer Phänomen: die alljährliche Spinnenplage. Auch
diese Station hat zwar kein eigenes Bild, bleibt aber als eindrückliche Mischung aus Architektur, Rheinlage, urbanem Wandel und naturkundlicher Überraschung im Gedächtnis.
Nach diesem Abschnitt folgte ein langer Spaziergang am Rheinufer entlang — bei gleißendem Sonnenschein und mit wachsender Sehnsuch nach jeder Schattenkante.

Schließlich erreichten wir den Dalberger Hof, die vierte Station. Unter dem Motto „Ein Mainzer Adelshof. Gefängnis. Luxuswohnungen?!“ wurde der Ort mithilfe digitaler Medien erkundet. Die technische Umsetzung stellte die Gruppe vor kleinere
Herausforderungen, doch genau hier zeigte sich eine Kernkompetenz jeder Lehrkraft:
Wenn Plan A nicht funktioniert, entstehen Plan B, C und manchmal auch ein sehr überzeugender Plan D. Dank kräftiger Stimme (ebenfalls einer notwenigen Lehrereigenschaft), Spontanität und Einfallsreichtum wurde die Station dennoch erfolgreich begangen. Ab hier ging es dann Schlag auf Schlag mit den verbliebenen Stationen...:

Schon in „Demonstrationsstimmung“ marschierten wir weiter zur fünften Station:
„Exportierte Revolution“. Hier standen Begriffe wie der 18. März, Nationalfeiertag, Freiheitsbaum und auch die Mainzer Fastnacht im Mittelpunkt. Die Gruppe verkörperte diese Themen durch eine politische Rede auf einer Demonstration – inklusive selbstgestalteter Plakate, Ansteckern und Flugblättern! Hier zeigte sich: Demokratie lebt (damals wie heute) von aktiver Beteiligung, öffentlicher Rede, Protest und politischer Vorstellungskraft!

Die sechste Station führte uns nur einen Katzensprung entfernt zum „Man of the Millennium“. Die Leitfragen lauteten: Revolutionär? Handwerker? Geschäftsmann? Wegbereiter der Moderne? Nach einem spannenden Impulsvortrag durften wir selbst diese Fragen durch ein (digitales) Quiz im Schatten des Doms beantworten.— wobei „Schatten“ an diesem Tag eher musikalischer Wunschbegriff, denn als meteorologische Realität verstanden werden durfte. Auch hier gab es kleinere technische Herausforderungen, die jedoch mit Humor, Flexibilität und kollegialer Unterstützung gelöst wurden. Am Ende stand ein glücklicher Gewinner und die Erkenntnis, dass historische Bildung auch spielerisch, aktivierend und erkenntnisreich ist.

Die siebte Station führte zum Osteiner-Hof, wo Gouvernement mit den Themen Braunes Haus und dem berühmt-berüchtigten 11.11. mithilfe eines Standbildes verbunden wurde. Damit wurde die historische Bedeutung des Ortes körperlich und räumlich erfahrbar: Das Hinwenden zum Schönen und der gemeinsamen Freude über alle Grenzen hinweg (die Eröffnung der Fassenacht am 11.11. um 11:11 Uhr vom Balkon des Osteiner-Hofes), ohne dabei jedoch die scheußliche, braune Vergangenheit der NS-Zeit zu vergessen (das Haus als Geschenk an Hitler und Stadtkommandantur der Wehrmacht). Wieder spielte die Schattensuche eine gewisse Nebenrolle, doch im Zentrum stand die Auseinandersetzung mit einem Ort, an dem sich lokale Geschichte, politische Symbolik
und Erinnerungs- und Feierkultur verdichten.

Passend zum 11.11. endete der Weg schließlich gegenüber am Fastnachtsbrunnen. Damit schloss sich der Kreis zwischen Demokratiegeschichte, Mainzer Stadtkultur und der Frage, wie Erinnerung im öffentlichen Raum sichtbar bleibt. Der Abschluss machte deutlich: Mainz ist nicht nur Kulisse, sondern ein vielschichtiger Lernort — mit Spuren von Exil, Verfolgung, Revolution, jüdischem Leben, politischer Kultur, Alltagsgeschichte und natürlich Fastnacht.
Gerade die Mischung machte den Tag besonders: professionell vorbereitet, methodisch vielfältig, inhaltlich anspruchsvoll und zugleich mit jener Portion Humor, die man braucht, wenn Demokratiebildung bei unerwarteten Sommertemperaturen im Mainzer
Stadtgebiet stattfindet. Mit anderen Worten: Der perfekte „didaktische Doppeldecker“ Am Ende stand ein gemeinsamer Weg durch Mainz, auf dem nicht nur Stolpersteine, Denkmäler und historische Orte sichtbar wurden, sondern auch das, was
Demokratiebildung im Seminar ausmacht: genau hinsehen, Fragen stellen, Verantwortung übernehmen und vor allem miteinander ins Gespräch kommen.
Intensivwoche Ausbildungsgruppe F26

Vom 06.05.2026 bis 08.05.2026 fanden die Intensivtage der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter der Gruppe F26 gemeinsam mit ihren Stammgruppenleitern Frau Dr. Mindnich und Herrn Kostelnik in der Jugendherberge in Oberwesel statt.
Im Mittelpunkt der Intensivtage stand die erste gemeinsame Annäherung an die Unterrichtsplanung. Ziel war es, grundlegende Erfahrungen in der Planung von Unterricht zu sammeln, erste Unterrichtsideen im Team zu entwickeln und sich intensiv über didaktische und methodische Ansätze auszutauschen. Besonders die gemeinsame Arbeit an den Unterrichtsentwürfen bot die Möglichkeit, voneinander zu lernen.
Neben der intensiven fachlichen Arbeit blieb auch Zeit für gemeinsame Aktivitäten und persönliche Gespräche. Die Abende wurden genutzt, um zusammen Tischtennis zu spielen, Fußball zu schauen und den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Dadurch entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit eine positive Gruppendynamik. Ein besonderes Highlight war der letzte Abend, an dem nach dem Besuch der Schönburg zusammen gegrillt wurde.
Die Durchführung der gemeinsam geplanten Unterrichtsstunden fand anschließend in der Woche vom 18. bis 23. Mai 2026 statt.
Die gemeinsame Zeit in Oberwesel wurde von allen Beteiligten als wertvolle Bereicherung erlebt und stellte einen gelungenen Auftakt für die weitere Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe F26 dar.
Anschließend folgte ein längerer Fußweg durch die Mainzer Neustadt. Da es sich um den
ersten, sehr warmen Tag des Jahres handelte und niemand wirklich auf diese Hitze
vorbereitet war, wurde die Route demokratisch-pragmatisch erweitert: Ein
Zwischenstopp an der Eisdiele N’Eis wurde zur inoffiziellen dritten Station. Man könnte
sagen: Auch Demokratie braucht Abkühlung. Neben der wohlverdienten Erfrischung
zeigte dieser Halt, dass gutes Lernen manchmal genau dort stattfindet, wo man kurz
innehält.
Ein weiterer Zwischenstopp führte uns zur Mainzer Synagoge. Auch wenn hiervon leider
kein Bild vorhanden ist, war dieser Moment ein wichtiger Bestandteil des Weges. Die
Synagoge steht als markanter Ort für jüdisches Leben in Mainz, für Erinnerung, Gegenwart
und die Verantwortung, Geschichte nicht abstrakt, sondern im Stadtraum konkret
wahrzunehmen.
Danach ging es weiter zum neu gestalteten Zollhafen und dem dort ikonischen
vergoldeten Gebäude. Dort wurde nicht nur über Stadtentwicklung gesprochen, sondern
auch über ein sehr spezielles Mainzer Phänomen: die alljährliche Spinnenplage. Auch
diese Station hat zwar kein eigenes Bild, bleibt aber als eindrückliche Mischung aus
Architektur, Rheinlage, urbanem Wandel und naturkundlicher Überraschung im
Gedächtnis.
Nach diesem Abschnitt folgte ein langer Spaziergang am Rheinufer entlang — bei
gleißendem Sonnenschein und mit wachsender Sehnsucht nach jeder Schattenkante.
Kooperation zwischen den Studienseminaren Neuwied und Mainz

Am 06.05.26 nahmen die Fachseminare Sozialpädagogik/Pädagogik und Psychologie des Studienseminars Neuwied mit der Fachleiterin Tanja Bock gemeinsam mit Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern des Studienseminars Mainz aus verschiedenen Fachrichtungen im Rahmen eines fachdidaktisch übergreifenden Seminars an einem ganztägigen Workshop des Instituts für Interkulturelle Pädagogik im Elementarbereich (IPE) in Mainz teil. Dabei bot insbesondere der gemeinsame Austausch zwischen den Studienseminaren vielfältige Möglichkeiten zur Vernetzung und zum fachlichen Dialog.
Der Workshop bot die Möglichkeit, Einblicke in die vielfältige Arbeit des IPE zu den Themen interkulturelle Pädagogik , Mehrsprachigkeit und migrationspädagogische Haltung zu erhalten.
Ein besonderer Dank gilt den Fördervereinen beider Studienseminare, die durch ihre finanzielle Unterstützung zur Durchführung der gemeinsamen Veranstaltung beigetragen haben.
Die gemeinsame Kooperation zwischen den Studienseminaren Neuwied und Mainz wurde als wertvolle Bereicherung erlebt. Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit und zukünftige gemeinsame Veranstaltungen.
Ausstellung der Künstlerin Frau Jutta Klein

In den neuen Räumen des Studienseminars Mainz ist derzeit eine Ausstellung der Künstlerin Frau Jutta Klein zu sehen. Die Autodidaktin stellt eine Auswahl ihrer Werke zur Verfügung, die in unterschiedlichen Schaffensphasen entstanden sind und stilistisch vielfältige Zugänge zeigen. Die Bilder sind in den Fluren sowie in ausgewählten weiteren Räumen des Seminars ausgestellt und tragen dazu bei, die neuen Räumlichkeiten lebendig und einladend zu gestalten.
Am Donnerstag, den 5. Februar, hatte Frau Klein Gelegenheit, die aktuelle Hängung ihrer Werke persönlich zu begutachten. Im Rahmen dieses Treffens konnten wir uns bei ihr herzlich für die Bereitstellung der Bilder und ihr Engagement bedanken.
Die neue Gruppe H25 im Schloss Freudenberg

"Für mich als Lehrkraft hat der Besuch im Schloss Freudenberg gezeigt, wie wichtig es ist, dass SuS Freiraum erhalten im Unterricht, um eigene Erfahrungen machen zu dürfen und die Verantwortlichkeit für ihren Lernprozess zu übernehmen. Das bedeutet für, dass ich mich immer wieder zurücknehmen muss und den Rahmen für die Lernsituation immer wieder öffnen sollte. Innerhalb dieser Einstellung, dass Lernen sehr individuell stattfindet, ist es wichtig offen für die Lernprozesse der SuS zu sein. Diese verlaufen nicht immer gradlinig und zielgerichtet. Ich muss das für mich als Lehrkraft akzeptieren lernen. Meine Lebenswelt und meine Erfahrung spiegeln sich nicht in der, der SuS wider. Jeder hat hier einen individuellen Blick und seine individuelle Zeit."
- Gedanken der H25 nach dem Besuch im Schloss Freudenberg
Auf den Spuren der Demokratie: Ein Stadtrundgang mit dem Studienseminar Mainz
Im Rahmen der Demokratieveranstaltung des Studienseminars Mainz begaben sich am
Donnerstag, den 06.11.2025 die Lehramtsanwärter*innen gemeinsam mit Herrn Veith und
Herrn Volk auf eine lebendige Spurensuche durch die Landeshauptstadt. Ziel war es, die Idee
der Demokratie nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern sie vor Ort erfahrbar zu machen
und dies im Spannungsfeld von Geschichte, Gegenwart und Bildungspraxis. Dazu entwickelten
die Teilnehmenden im Vorfeld eigene didaktische Zugänge zu ausgewählten Orten Mainzer
Geschichte. In Form eines Standrundgangs präsentierten sie ihre Ergebnisse mit verschiedenen,
für den Unterricht adaptierbaren Methoden. Bei schönstem Novemberwetter machten sich die
Anwärter*innen auf den Weg, die Mainzer Stolpersteine zu erkunden.

Anna Seghers – Kommunistin im Exil
Der erste Halt führte zum Geburtshaus der Mainzer Schriftstellerin Anna Seghers, einer der
bedeutendsten deutschen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Unter dem Thema „Kommunistin
im Exil“ stellten die Anwärter*innen zentrale Stationen ihres Lebens vor: ihre Verfolgung
durch die Nationalsozialisten, ihr Exil in Frankreich und Mexiko sowie ihre literarische
Auseinandersetzung mit Flucht, Widerstand und Humanität. Danach durften sich die
Anwärter*innen mithilfe eines Selbstquiz‘ der Website „Lumi“ testen.
Eugen Salomon – Vereinsgründer, Stolperstein
Die zweite Station widmete sich Eugen Salomon, dem Mitbegründer des 1. FSV Mainz 05. Mit
der einfallsreichen Methode des „Quizballs“, die sportliche Dynamik und Wissensvermittlung
auf originelle Weise verknüpft, wurden die Teilnehmenden zu aktiven Mitspieler*innen eines
biografischen Lernspiels. Salomon, jüdischer Geschäftsmann, war eine prägende Figur des
Mainzer Sports. Sein Schicksal verdeutlicht eindrücklich, wie eng Sport, Gesellschaft und
politische Entwicklungen miteinander verwoben sind.

Mainzer Landtag – Exportierte Revolution
Über den Gartenfeldplatz und die Christuskirche führte der Weg weiter in Richtung Mainzer
Landtag, der symbolisch für die politische Kultur der Stadt steht. Hier wurde in einem
eindrucksvollen Schauspiel an die Jakobiner und die Mainzer Republik von 1793 erinnert, die
erste demokratische Bewegung auf deutschem Boden. Die Lehramtsanwärter*innen
inszenierten die revolutionären aus Frankreich übernommenen Ideale „Freiheit, Gleichheit,
Brüderlichkeit“ und machten spürbar, wie kraftvoll und lebensnah demokratische Impulse sein
können. Die Anwärter*innen lernten hierbei von Herrn Veith und Herrn Volk auch den
Zusammenhang zwischen dem Frankreichbezug der Mainzer und der Mainzer Fastnacht
kennen. Beispielsweise erinnern die Fastnachtsfarben an die Farben der französischen Flagge,
gelb wurde als Farbe des Katholizismus ergänzt.

Dalberger Hof – Macht, Kultur und Aufklärung
Nächster Halt war der Dalberger Hof, ein barockes Palais, das einst Sitz der kurfürstlichen
Statthalter und im 18. Jahrhundert Treffpunkt aufklärerischer Kreise war. Hier führte die
Gruppe eine Podiumsdiskussion über die historische Bedeutung von Gebäuden auf der einen
und die Ambivalenzen des Wohnungsmarkts auf der anderen Seite. Ein Immobilieninvestor,
ein Historiker und eine Studentin auf Wohnungssuche teilten dabei ihre Zukunftsvisionen, wie
das historisch vielfach bedeutsame Gebäude genutzt werden könne. Heute mit
Luxuswohnungen ausgestattet, war das Gebäude ehemals beispielsweise wichtiger Teil der
Märzrevolution und diente später auch als Nazi-Gefängnis.

Johannes Gutenberg – Medienrevolution und Bildung
Über den Marktplatz ging es weiter zum Staatstheater, wo ein kurzer Vortrag und ein
Schauspiel an Johannes Gutenberg, den Erfinder des Buchdrucks, erinnerte. Dargestellt wurde
ein Gespräch zwischen Johannes Gutenberg, den Abschreibern in der damaligen Zeit und den
Gelehrten. Die Teilnehmenden verdeutlichten, dass Gutenbergs Innovation weit mehr war als
eine technische Errungenschaft: Sie legte das Fundament für Bildung, Aufklärung und
demokratische Teilhabe. Indem Texte erstmals in großer Zahl verbreitet werden konnten, wurde
Wissen zugänglicher gemacht.

Der Osteiner Hof – „Braunes Haus“, Fastnacht
Den Abschluss bildeten Standbilder am ehemaligen „Braunen Haus“, einst war es Sitz der
Mainzer NSDAP, heute handelt es sich um ein Hotel, von dem aus die Mainzer Fastnacht
ausgerufen wird. Die stillen Szenen stellten eindrucksvoll die Frage nach der Verantwortung
des Erinnerns: Wie gehen wir mit den sichtbaren und unsichtbaren Spuren der Vergangenheit
im Stadtbild um? Welche Formen des Gedenkens sind angemessen und wie können sie
Lernprozesse anstoßen?

Insgesamt schufen die Auseinandersetzungen einen anschaulichen Zugang zu Mainz als
historischen Lernort, der sonst leicht übersehen wird. Die Anwärter*innen ließen zuletzt
zusammen mit Herrn Veith und Herrn Volk die lehrreiche Veranstaltung in einem geselligen
Beisammensein ausklingen. An dieser Stelle danken wir den Veranstaltungsleitern für die
Möglichkeit des Austausches über das demokratische E
„Bildungshaus mit noch mehr ‚Bildungs-Power'"
Feierstunde im neuen Seminar
„Kooperation" war das wohl wichtigste Schlagwort, als jetzt im Rahmen einer Feierstunde der bereits im Juli vollzogene Umzug des Studienseminars gefeiert wurde. Schließlich residiert das Seminar jetzt gemeinsam mit dem Institut für Lehrerfort- und –weiterbildung und der Katholischen Hochschule in der Saarstraße – und das nur den berühmten Steinwurf von der Universität entfernt. Die sich aus den vielfältigen Synergien ergebenden Chancen hoben die Festredner, allen voran Oberbürgermeister Nino Haase, in ihren Ansprachen hervor.
Gut 100 Gäste waren der Einladung des Studienseminars gefolgt: Bildungspartnerinnen und -partner seitens der berufsbildenden Schulen, des Bildungsministeriums, der Kammern, des Pädagogischen Landesinstituts, der bereits genannten Hochschulen, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und nicht zuletzt das Personal des Studienseminars sowie die auszubildenden Lehrerinnen und Lehrer. Die Moderation übernahm unser Fachleiter für Berufspraxis und Deutsch/Darstellendes Spiel Michael Kostelnik, gemeinsam mit der Studienreferendarin Susanna Grigoryan.
Prof. Dr. Markus Böhner hob in seiner Ansprache bereits hervor, dass der erzwungene Umzug letztlich zu einer „großen Chance" vor dem Hintergrund der sich ergebenden Möglichkeiten mit Blick auf Vernetzung geworden ist. Darüber hinaus sei der Standort aufgrund der Nähe zum Hauptbahnhof nachhaltig und könne zu einem „Ort des Lernens, der Innovation und des gelebten Austauschs" werden. Derzeit gelebt wird zum Beispiel schon die Partnerschaft mit dem Institut für Lehrerfort- und –weiterbildung, mit dem gemeinsam Studientage durchgeführt werden. Auch mit anderen Bildungseinrichtungen gibt es bereits vielversprechende Initiativen. So sind gemeinsame, neue Lehramtsstudiengänge der Akteure Katholische Hochschule, Johannes-Gutenberg-Universität und Studienseminar in den Bereichen Pflegewissenschaften und Sozialpädagogik in Planung. Hier richtet sich der Blick nach vorne, gemäß dem Motto des Abends „Wir gestalten Zukunft".

Eine ähnliche Perspektive wie der Seminarleiter nahm Nino Haase ein, der vor etwa zwei Jahren von einem partiellen Leerstand in der Saarstraße wusste und den Kontakt zwischen der Katholischen Hochschule und dem Studienseminar hergestellt hatte. „Manchmal fügen sich die Dinge auf wunderbare Weise: Wenn zur richtigen Zeit die richtigen Menschen zusammenkommen, entstehen Lösungen, die gleich mehrfach belohnen. Ich freue mich, dass wir mit dem Studienseminar BBS Mainz diesem Bildungshaus noch mehr ‚Bildungs-Power' geben und damit die Ausbildung unserer Lehrkräfte und Fachkräfte stärken. Bildung ist der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft – und Mainz geht dabei mit starken Partnern mutig voran", so das Stadtoberhaupt.

Partnerschaften anderer Art, die vom Studienseminar bereits heute und seit längerem gelebt werden, sind etwa die Erasmusprojekte oder die Kooperation mit dem rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda. Dr. Mattias Mayer, Leiter der Abteilung 2 im Bildungsministerium, sprach in diesem Zusammenhang von „Export von Bildungsexzellenz".
Eine Reihe von Kooperationen war für die Gäste unmittelbar im Rahmen der Feierstunde wahrnehmbar. So waren zum einen fast alle berufsbildenden Schulen, mit denen das Studienseminar gemeinsam die angehenden Lehrkräfte ausbildet, repräsentiert. Grußworte seitens der Arbeitsgemeinschaft der Direktoren an berufsbildenden Schulen sprach die Schulleiterin der Sophie-Scholl-Schule Mainz, Dr. Irmgard Deml-Reisser, und erinnerte dabei an ihren eigenen Weg, der sie als Quereinsteigerin mit anderen Berufserfahrungen in das Lehramt an berufsbildenden Schulen und damals auch an das Mainzer Studienseminar geführt habe. Zum anderen unterstützte die Berufsbildende Schule I Gewerbe und Technik Mainz die Veranstaltung maßgeblich, indem eine Klasse von Lernenden der Höheren Berufsfachschule Ernährung Catering, Buffet und Service übernahm und damit auch sinnliche Angebote machte.
Sinnlicher und auch emotionaler Höhepunkt des Abends aber war aus Sicht aller Gäste das letzte von insgesamt drei Mitmach-Stücken der seminareigenen, aus Lehrkräften zusammengesetzten Band, die befand „School is Rock'n-Roll". Spätestens hier zeigte sich, was Moderatorin Grigoryan zu Beginn des Abends formulierte: „Das neue Seminar ist ein Ort, an dem wir zeigen können, was ins uns steckt".

In einer Dankesmail ans Kollegium hob unser Seminarleiter hervor, dass die Gemeinschaft sich an dem Abend als höchst kompetent, klar, teammäßig und innovativ präsentiert habe und dankte allen, die sich in Vorbereitung, Planung, Durchführung und zuletzt beim abendlichen Aufräumen eingebracht haben.
Fremdsprachentag 2025 - Einsatz von KI im Fremdsprachenunterricht
Fremdsprachen neu gedacht – mit KI im Unterricht der Zukunft
Der Tag begann mit einer kurzen Begrüßung und einem gegenseitigen Kennenlernen. Im Anschluss durchliefen die Teilnehmenden zwei der insgesamt vier vorbereiteten Stationen, die jeweils einen thematischen Schwerpunkt im Bereich KI im Fremdsprachenunterricht setzten. Jede Station dauerte 30 Minuten – mit der Möglichkeit, nach der ersten Runde zu wechseln oder gezielt an einer Station zu vertiefen.

Nach der ersten Arbeitsphase bot ein gemeinsames Mittagessen Gelegenheit zum kollegialen Austausch. Am Nachmittag wurde an den verbleibenden Stationen weitergearbeitet. Den Abschluss bildete eine Präsentationsphase, in der Referendar:innen ihre Ergebnisse vorstellten. Dabei standen nicht nur konkrete Unterrichtsideen im Fokus, sondern auch übergeordnete Fragen: Welche Chancen bietet KI für das Sprachenlernen? Wo liegen mögliche Risiken? Und wie können wir als Lehrkräfte unsere Schüler:innen zu einem reflektierten Umgang mit KI befähigen?
Eine gemeinsame Reflexion rundete den Tag ab – mit vielen Denkanstößen, neuen Impulsen und dem Gefühl, im kollegialen Austausch gemeinsam an der Schule von morgen zu arbeiten.
Der Fremdsprachentag 2025 hat gezeigt: Die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz ist längst Teil unseres Berufsalltags – und kann im gemeinsamen Dialog besonders produktiv und inspirierend gestaltet werden.
verfasst von Kirandeep Cheema

Abreißen vor der Abreise
Sommerfest der F25 im bald alten Seminar
Bei steigenden Temperaturen fand jetzt das letzte Sommerfest am alten Standort Wallstraße statt. Verantwortung hatte die F25, welche das Gebäude mit Flatterband und Baustellensymbolik liebevoll dekoriert hatte - Abrissparty vor der Abreise Richtung Saarstraße Ende Juni. Abschied im doppelten Sinne: Prof. Dr. Markus Böhner verabschiedete die vieljährige Verwaltungskraft Heike Brunn, die Ende Juli in den wohl verdienten Ruhestand geht. Der Seminarleiter hob vor allem hervor, was es bedeutet, wenn einer Institution ein enormer Erfahrungsschatz verloren geht. Musikalisch eingerahmt wurde der Abend einmal mehr vom Fachleiter Sport Frank „Franky the young“ Jung, der Brunn auch ein Abschiedslied gewidmet hatte.

Erasmuskurs Innovative Methodologies and ICT Tools in Classroom Management in Reykjavik/Island
Ein Bericht von Sebastian Baumann, Angelina Arnold, Philipp Eicher und Mathias Matheis
Im Oktober 2024 hatten wir die Möglichkeit, an einem fünftägigen Erasmus-Kurs in Reykjavik teilzunehmen. Der Kurs „Innovative Methodologies and ICT Tools in Classroom Management“, organisiert von PMS Erasmus Plus, bot uns eine hervorragende Gelegenheit, unser Wissen über digitale Werkzeuge und moderne Unterrichtsmethoden zu vertiefen.
Der Kurs fand in einem zentral gelegenen Hotel statt, und wir lernten zahlreiche Apps und Methoden kennen, die wir künftig in unserem Unterricht einsetzen möchten. Von Gamification bis hin zu Evaluationsmethoden erhielten wir ein breites Portfolio an digitalen Werkzeugen und konnten deren praktische Anwendung direkt einüben.
Neben den intensiven Kursinhalten blieb auch Zeit, Island und die Stadt Reykjavik mit ihrem lebendigen Nachtleben zu entdecken. Das isländische Bier Gull können wir klar empfehlen. Für die Woche hatten wir uns zudem ein Auto gemietet, um Island zum Glück bei strahlendem Sonnenschein zu erkunden. So besuchten wir beeindruckende Wasserfälle, erlebten die faszinierende Weite der isländischen Landschaft und hatten das Glück, Polarlichter am Himmel zu sehen.
Der Aufenthalt war für uns eine außergewöhnliche Erfahrung und ein unvergessliches Erlebnis. Wir sind dem Studienseminar Mainz sowie den Erasmus-Koordinatorinnen des Studienseminars Nina Schach und Julia Gieger sehr dankbar, dass wir diese Möglichkeit erhalten haben. Wir können jedem nur empfehlen, ebenfalls an einem Erasmus-Kurs in Island teilzunehmen.
