Seminar und Umfeld
Das Staatliche Studienseminar Kaiserslautern verankert die Demokratie- und Wertebildung als festes Kernelement der Lehramtsausbildung: Wir arbeiten dafür mit der „Gedenkstätte Osthofen" zusammen. Hier werden zukünftigen Lehrkräften sowohl eine möglichst eindrückliche Erfahrung als auch eine fachlich fundierte Auseinandersetzung mit Formen der Diskriminierung, des Rassismus und der Menschenfeindlichkeit ermöglicht. In jedem Ausbildungsdurchgang nutzen wir die Gedenkstätte Osthofen als Lernort, um zentrale Kompetenzen einer demokratischen, werteorientierten und nachhaltigkeitsorientierten Pädagogik zu stärken. Ziel ist es, die Studierenden für historische Verantwortung, Menschenwürde und Zivilcourage zu sensibilisieren, Impulse für den verknüpften Unterricht in Grundschule zu geben und konkrete didaktische Konzepte zu entwickeln, die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit Demokratiebildung und Werteerziehung verbinden.
Ablauf
- Begrüßung durch die Gedenkstättenpädagogin und Leiterin der Gedenkstätte, Bedeutung der Erinnerungsarbeit für die schulische Praxis, Rolle von Bildung als präventiver Faktor gegen Extremismus.
- Rundgang durch die Gedenkstätte: Stationen zu einzelnen Schicksalen, Lagerleben im KZ Osthofen, Fokus auf Empathie, Reflexion und Fragen der Gedenkkultur.
- Berufspraktisches Seminar zum Thema „Werteerziehung in der Grundschule“.
- Reflexion und Transfer: Austausch darüber, wie Lerninhalte im eigenen Unterricht (Mathematik, Deutsch, Sachunterricht) und in schulischen Projektarbeiten verankert werden können.
Verbindung von BNE, Demokratiebildung und Werteerziehung
- Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Die Lernbausteine setzen auf nachhaltigkeitsrelevante Fragestellungen (Gerechtigkeit, Verantwortung, Teilhabe) und fördern Kompetenzen wie kritisch-analytisches Denken, Problemlösefähigkeit und Weltbezug des Lernens.
- Demokratiebildung: Durch das Beispielgeschichtliche Lernen wird Demokratie als inklusiver, dialogischer Prozess erfahrbar. Studierende lernen, wie partizipative Formen des Lernens und respektvolles Handeln in der Grundschule umgesetzt werden können.
- Werteerziehung: Von Menschenwürde, Solidarität, Toleranz und Mut zur Meinungsäußerung ausgehend, werden Werte in konkrete Handlungen transferiert, z. B. auf dem Schulhof, in Klassenregeln und in Lernprojekten, die Respekt, Fairness und Verantwortungsbewusstsein fördern.
Ergebnisse und Lernzugänge für die Praxis
- Reflexionskultur: Anwärterinnen und Anwärter entwickelten Fähigkeiten zur Reflexion eigener Werte, zu inklusiver Unterrichtsgestaltung und zur Antidiskriminierungsarbeit in der Schule.
- Handlungskompetenz: Stärkung der Kompetenzen, komplexe historische Inhalte kindgerecht zu vermitteln, z.B. über Bilderbücher, demokratische Diskurse zu moderieren und Lernumgebungen zu schaffen, die nachhaltiges Denken fördern.
- Transferkompetenzen: Von historischen Inhalten zu alltagsbezogenen, schulischen Lernarrangements.
- Professionalisierung: Wie Lehrkräfte Lernumgebungen gestalten, die Verantwortung, Teilhabe und Respekt stärken.
- Langfristige Bildungsziele: Eine Schule als Lernort, der nachhaltiges Denken, demokratische Teilhabe und menschenwürdige Werte in den Mittelpunkt rückt.
Fazit
Der Besuch in der Gedenkstätte Osthofen macht die enge Verzahnung von BNE, Demokratiebildung und Werteerziehung in der Grundschullehrerausbildung sichtbar.
Links
Das Umwelterlebniszentrum (UEZ) Kapiteltal der ZAK Kaiserslautern verbindet seit über 25 Jahren Umweltbildung mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Als außerschulischer Lernort bietet es konkrete Erfahrungsräume, in denen Lernende Gestaltungskompetenzen erwerben – so, wie sie im Orientierungsrahmen BNE der KMK beschrieben sind.
BNE in der Praxis: Von der Abfallwirtschaft zur Zukunftsgestaltung
Im UEZ geht es nicht nur um „Mülltrennung“, sondern um die Zusammenhänge zwischen Konsum, Ressourcen, Kreislaufwirtschaft und globaler Verantwortung. Kinder und Jugendliche lernen, dass Abfall nicht verschwindet, sondern Teil von ökologischen, ökonomischen und sozialen Prozessen ist.
Bezug zu den 12 BNE-Kompetenzen der KMK
- Vorausschauend denken: Am „Müllfriedhof“ wird sichtbar, wie lange Materialien zum Verrotten brauchen – mit Blick auf zukünftige Generationen.
- Interdisziplinär Wissen verknüpfen: Abfallwirtschaft wird mit Energieerzeugung (Biogasanlage) und Landwirtschaft (Kompostnutzung) verbunden.
- Empathie und Solidarität zeigen: Diskussionen regen an, über die weltweiten Folgen von Plastikmüll und Elektroschrott nachzudenken.
- Partizipieren und mitgestalten: Kinder und Jugendliche entwickeln Ideen, wie Abfälle vermieden und Kreisläufe verbessert werden können.
- Sich motivieren und andere motivieren: Als „Müllexpert*innen“ tragen sie ihr Wissen in Familie und Schule weiter.
Damit fördert das UEZ genau jene Kompetenzen, die Lernende befähigen, nachhaltige Lebensstile aktiv mitzugestalten.
Bezug zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs)
Das UEZ macht mehrere Sustainable Development Goals unmittelbar erfahrbar:
- SDG 12 (Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster): Abfälle werden als Ressourcen neu gedacht.
- SDG 13 (Klimaschutz): Biogasanlagen und Kompostierung zeigen, wie Emissionen reduziert werden können.
- SDG 15 (Leben an Land): Biodiversität und Bodenqualität werden im Arabella-Garten und den Hochbeeten thematisiert.
- SDG 4 (Hochwertige Bildung): Durch handlungsorientierte, inklusive Angebote erhalten alle Kinder Zugang zu praxisnaher BNE.
So verbindet das UEZ globale Herausforderungen mit lokalem Handeln.
Didaktische Elemente für Schulen und Seminare
- Freilandklassenzimmer: Lernpfade, Barfußpfad und Ameisenanlage ermöglichen erfahrungsorientiertes Lernen.
- UEZ-App: Digitale Lernrallyes auf dem Weg zum ZAK-Gelände unterstützen zeitgemäße Umweltbildung.
- Baukastenprinzip: Einstimmung – Information – Reflexion bietet klare Strukturen für Unterrichtsvor- und -nachbereitung.
Studienseminare können das UEZ nutzen, um angehenden Lehrkräften zu zeigen, wie BNE fächerübergreifend und methodisch vielfältig umgesetzt werden kann.
Fazit
Das Umwelterlebniszentrum Kapiteltal ist ein Best-Practice-Beispiel für BNE:
- Es vermittelt Gestaltungskompetenzen gemäß KMK-Orientierungsrahmen.
- Es zeigt den konkreten Bezug zu den SDGs.
- Es stärkt die Rolle der Lernenden als Multiplikator*innen für nachhaltiges Denken und Handeln.
Damit ist das UEZ nicht nur ein Lernort für Kinder, sondern auch ein pädagogisches Labor für die Lehrkräftebildung – und ein wichtiger Partner auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft.
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