Klima und Gesundheit

Der Klimawandel hat vielfältige direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit. Witterungs- und Klimaveränderungen können dazu führen,

  • dass Infektionskrankheiten zunehmen,
  • dass nicht-übertragbare Krankheiten wie Allergien zunehmen,
  • dass sich die Symptome bei Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen verstärken,
  • dass UV-Strahlung und bodennahes Ozon sich negativ auswirken.  

Planetary Health

Das Planetary Health Konzept beleuchtet den Zusammenhang von Gesundheit und intakter planetarer Lebensgrundlagen: Es beschreibt, wie die Gesundheit der Menschen von der Gesundheit der Ökosysteme abhängt, denn nur wenn die Erde gesund ist, kann auch der Mensch gesund sein. Planetary Health umfasst ein breites Spektrum an Themengebieten und bietet einen Rahmen für ökologische, gesundheitsbezogene und sozialpolitische Zielsetzungen wie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie den European Green Deal.

Der Begriff Planetare Gesundheit bringt die gängige WHO-Definition von Gesundheit in Verbindung mit der Gesundheit aller Organismen und der Bedeutung weltweiter Ökosysteme. Das bedeutet, dass Maßnahmen, die zum Schutz des Planeten Erde umgesetzt werden, auch gleichzeitig zum Schutz der menschlichen Gesundheit beitragen.

Das Themenfeld "Klima und Gesundheit" hat somit eine enge Verknüpfung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. 

Mit Klimaschutz wird das Ziel verfolgt, den Ausstoß von klimarelevanten Treibhausgasen zu reduzieren, um ein Voranschreiten des Klimawandels zu minimieren. Bei der Klimaanpassung geht es dagegen um den vorsorgenden Umgang mit nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels: Risiken minimieren, Schäden vermeiden und Anpassung an die zu erwartenden Veränderungen.

Klimaschutz und Klimaanpassung müssen integriert geplant und umgesetzt werden.

Hitzeereignisse nehmen auch in Deutschland zu. Hohe Temperaturen können die Gesundheit belasten und die körperliche sowie geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Das betrifft auch Schule und Unterricht. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig vorzusorgen und geeignete Maßnahmen zum Schutz von Schülerinnen und Schülern sowie Beschäftigten zu treffen.

Hitzeaktionsplan Rheinland-Pfalz
Der Hitzeaktionsplan des Landes Rheinland-Pfalz bildet den fachlichen Rahmen für den Schutz der Bevölkerung vor Hitze. Er enthält kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen, informiert über gesundheitliche Risiken und unterstützt Kommunen bei der Entwicklung eigener Hitzeaktionspläne.
Weitere Informationen bietet das Landesportal hitze.rlp.de.

Hitzeschutzplan der Schule
Der Hitzeaktionsplan des Landes Rheinland-Pfalz dient den Kommunen als Orientierungsrahmen für die Entwicklung eigener Hitzeaktionspläne. Schulen sollten auf dieser Basis gemeinsam mit ihrem Schulträger einen standortbezogenen Hitzeschutzplan entwickeln. Darin wird festgelegt, wie die Schule auf Hitzeereignisse vorbereitet ist und welche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit umgesetzt werden. Der Hitzeschutzplan berücksichtigt die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten, zum Beispiel Gebäude, Räume, Verschattung, Lüftungsmöglichkeiten, Pausenhöfe und besondere Schutzbedarfe.

Verantwortung
Die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Beschäftigten liegt bei der Schulleiterin oder dem Schulleiter. Grundlage für geeignete Schutzmaßnahmen ist eine einrichtungsbezogene Gefährdungsbeurteilung. Dabei sind auch hohe Raumtemperaturen und besonders schutzbedürftige Personen, zum Beispiel Schwangere oder Personen mit gesundheitlichen Vorerkrankungen, zu berücksichtigen. Schutzmaßnahmen werden nach dem Grundsatz „technisch – organisatorisch – personenbezogen“ geplant:

Unterstützung erhalten die Schulen von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz sowie dem Institut für Lehrergesundheit.  

 

Hitzeschutzplan für Schulen

Ein standortbezogener Hitzeschutzplan beschreibt, wie sich eine Schule gemeinsam mit dem Schulträger auf Hitzeereignisse vorbereitet und welche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit von Schülerinnen und Schülern sowie des schulischen Personals getroffen werden. Er berücksichtigt die jeweiligen örtlichen, baulichen und organisatorischen Rahmenbedingungen und verbindet kurzfristige organisatorische Maßnahmen mit mittel- und langfristigen Anpassungen des Schulstandorts.

a) Was umfasst ein Hitzeschutzplan?
Ein wirksamer Hitzeschutzplan beinhaltet insbesondere:

  • Kurzfristige Maßnahmen
    • z. B. Trinkwasserversorgung sicherstellen
    • Verschattung nutzen
    • Lüftungsmanagement
    • Anpassung der Unterrichtsorganisation
  • Mittelfristige Maßnahmen
    • z. B. Sonnenschutz verbessern
    • Begrünung von Schulgelände und Gebäuden
    • organisatorische Anpassungen
  • Langfristige Maßnahmen
    • z. B. bauliche und technische Maßnahmen zur Klimaanpassung
    • sommerlicher Wärmeschutz
    • außenliegender Sonnenschutz

b) Empfehlungen zur Erstellung eines standortbezogenen Hitzeschutzplans

Die Empfehlungen unterstützen Schulen bei der Entwicklung eines standortbezogenen Hitzeschutzplans. Sie dienen als Orientierung und sollten gemeinsam mit dem Schulträger an die jeweiligen örtlichen, baulichen und organisatorischen Gegebenheiten des Schulstandorts angepasst werden.

➡️ Empfehlungen zur Erstellung eines standortbezogenen Hitzeschutzplans

c) Musterhitzeschutzplan für Schulen
Die KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. hat gemeinsam mit der Bayerischen Landesärztekammer und dem Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt einen Musterhitzeschutzplan entwickelt. Er unterstützt Schulen dabei, standortbezogene Hitzeschutzmaßnahmen systematisch zu planen und umzusetzen.

➡️ Musterhitzeschutzplan herunterladen  

d) Online-Veranstaltungsreihe „Hitzeschutz an Schulen“
Die dreiteilige Online-Veranstaltungsreihe der KLUG-AG Hitzeresiliente Schulen vermittelt wissenschaftlich fundiertes Wissen und praxisnahe Handlungsempfehlungen für einen wirksamen Hitzeschutz an Schulen. Die Arbeitsgruppe ist Teil von KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V, einem Netzwerk aus Fachleuten aus Wissenschaft, Medizin und Gesundheitswesen, das sich für den gesundheitsbezogenen Umgang mit den Folgen des Klimawandels einsetzt.

  • 19. September 2026 | 16:30–18:00 Uhr
    Grundlagen des Hitzeschutzes an Schulen
  • 19. Oktober 2026 | 16:30–18:00 Uhr
    Auswirkungen von Hitze auf Kinder und Schule
  • 17. November 2026 | 16:30–18:00 Uhr
    Praktische Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen an Schulen
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    ➡️ Anmeldung und weitere Informationen 

 

Themenwebsite des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
Klima, Mensch, Gesundheit
Informationen zum Hitze- und UV-Schutz sowie Unterrichtsmaterialien zum Download. 

Unfallkasse Rheinland-Pfalz
Themenseite Sonne und Sonnenschutz
Hinweise und Maßnahmen, Unterrichtsmaterialien, sowie Informationen zum Programm "Clever in Sonne und Schatten". 

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
Themenseite Sichere Schule

Informationen zum Schutz vor UV-Strahlung und Hitze bei schulsportlichen Aktivitäten im Freien.

KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V.
Themenseite zum Thema Hitze und Gesundheit
Praxisorientierte Informationen, Handlungshilfen und Materialien zum gesundheitsbezogenen Hitzeschutz.  

Magazin pluspunkt
Schwerpunktthema: Hitze und Sonnenschutz in der Schule

Unterrichtsmaterial "Fit gegen Hitze" 
Das Unterrichtsmaterial der Schulinitiative „Pausenlos gesund“ (Stiftung Gesundheitswissen) umfasst themenspezifische Videos und Arbeitsmaterialien. Es richtet sich an die Sekundarstufe 1, ist evidenzbasiert und kostenfrei.

Unterrichtsmaterial "Sonne - aber sicher!"
Das Unterrichtsmaterial „Sonne – aber sicher!“  vom Bundesamt für Strahlenschutz richtet sich an Grundschulen und die Sekundarstufe 1. Sie können bestellt oder heruntergeladen werden.