Datenkompetent handeln in der Schule. Data Literacy zwischen Wissenschaft, Schulentwicklung und Unterricht

Fachtagung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und des Pädagogischen Landesinstituts RLP


Programm - Details

Arbeitstitel, Stand 8. Juli 2026

9.30 - 9.45 Uhr | Begrüßung und Einführung

Prof. Dr. Jasmin Bastian
Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik
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Univ.-Prof. Dr. Marius Harring
Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik und Jugendforschung
AG Schulforschung / Schulpädagogik
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Dr. Birgit Pikowsky
Direktorin des Pädagogischen Landesinstituts
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09.45 - 10.30 Uhr | Impulsvortrag 1: Perspektiven aus der Wissenschaft: Bildung über Datafizierung, oder: Warum wir „Data Literacy“ breiter denken müssen

Dr. Ina Sander
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Professur für Soziologie, insbesondere Transformation von Governance in Bildung und Gesellschaft
Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg

Was brauchen Schülerinnen und Schüler – und Lehrkräfte – um sich selbstbewusst und reflektiert in datafizierten Lebenswelten bewegen zu können? 

Der Keynote-Vortrag von Dr. Ina Sander führt in die Forschung und aktuelle Entwicklungen rund um die „Datafizierung“ unserer Gesellschaft ein und argumentiert für eine breiter gedachte Kritische Datenbildung (Critical Datafication Literacy). Im Vortrag werden wissenschaftliche Perspektiven hinter diesen Data Literacy-Konzepten aufgezeigt, Ergebnisse zur praktischen Umsetzung vorgestellt sowie konkrete Handlungsansätze und Materialtipps für die Schulpraxis gezeigt.

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10.45 - 11.30 Uhr | Impulsvortrag 2: Datengestützte Unterrichtsentwicklung braucht fachdidaktische Tiefe: Am Beispiel diagnosegeleitete Förderung mathematischer Basiskompetenzen

Prof. Dr. Susanne Prediger

Leiterin des Deutschen Zentrums für Lehrkräftebildung Mathematik am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) und Professorin für Fachdidaktik an der Technische Universität Dortmund

In Prozessen datengestützter Unterrichtsentwicklung arbeiten Lehrkräfteteams gemeinsam an Daten zu Lernständen und Lernprozessen und ziehen aus ihrer Analyse Konsequenzen für die Gestaltung von Unterricht. Je mehr Unterstützung Lehrkräfte dabei erhalten, desto fruchtbarer können diese Prozesse werden: Zum einen Unterstützung durch die Schulleitung, um die Prozesse zielgerichtet zu gestalten, zum anderen Unterstützung durch externe fachdidaktische Materialangebote, um nicht alles allein erfinden zu müssen und fachdidaktische Tiefe zu erreichen.

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11.30 - 12.30 Uhr | Networking Space

Moderation: Prof. Dr. Ulrike Krein

Juniorprofessur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik
Institut für Erziehungswissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Im Anschluss an die Keynote möchten wir Raum für einen offenen Austausch schaffen. An verschiedenen Thementischen laden Expertinnen und Experten dazu ein, zentrale Fragen und Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven weiterzudenken. 

Die Teilnehmenden können frei zwischen den Tischen wählen, miteinander ins Gespräch kommen, eigene Fragen und Erfahrungen einbringen und – wenn sie möchten – auch ihre eigene Expertise teilen.

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13.15 - 15.00 Uhr | Workshops (parallel)

Workshop 1 - EU-Projekt Data Ready

Wie kann Data Literacy nachhaltig in der schulischen Bildung verankert werden? Welche Materialien und Unterrichtskonzepte eignen sich für den Einsatz im Unterricht – und welche Bedingungen unterstützen eine erfolgreiche Integration? 

In diesem Workshop werden wir konkrete Unterrichtsszenarien diskutieren, die im EU-Projekt DATA-READY entwickelt wurden, um Data Literacy in unterschiedlichen Fächern und Kontexten in den Unterrichtsalltags zu integrieren. Hierfür erhalten Sie eine kurze Einführung in das Projekt und unser Data Literacy Framework, das wir auf der Basis empirischer Erkenntnisse aus fünf europäischen Ländern entwickelt haben. 

Davon ausgehend werfen wir einen ersten Blick auf die Materialien und ihre Einsatzmöglichkeiten und werden mögliche Herausforderungen bei der Umsetzung im schulischen Alltag diskutieren. Ziel ist, dass Sie wertvolle Impulse für die Integration von Data Literacy in den eigenen Unterricht gewinnen und sich untereinander sowie gemeinsam mit uns über Ihre Erfahrungen und Perspektiven aus der Praxis austauschen. Ihre Impulse fließen dabei auch unmittelbar in die Weiterentwicklung der Materialien ein und unterstützen damit eine nachhaltige Förderung datenbezogener Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern und (angehenden) Lehrpersonen.

Referentinnen

Prof. Dr. Jasmin Bastian
Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik
Institut für Erziehungswissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Prof. Dr. Ulrike Krein
Juniorprofessur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik
Institut für Erziehungswissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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Workshop 2 - Was steckt (pädagogisch) in meinem Tool? Mit dem "EdTechReflektor" digitale Lernsoftwares untersuchen

In diesem Workshop nutzen wir das Reflexionsinstrument „EdTechReflektor“ der Initiative UNBLACK THE BOX, um verschiedene Lernsoftwares aus pädagogischer Perspektive zu analysieren. 

Nach einer kurzen Einführung zur Datafizierung von Lernen und dem Design von Lernsoftwares besteht der Großteil des Workshops im praktischen Ausprobieren des Reflexionsinstruments durch die Teilnehmenden. Wer wissen möchte, was eigentlich im Design eines Tools steckt, welche Lernsoftwares zu den eigenen pädagogischen Ansätzen passen, oder wer vor der Lizensierung das nächste Tool einmal ordentlich durchleuchten möchte, ist hier richtig. (Falls vorhanden, gerne Zugang zu einem zu testenden Tool mitbringen!)

Referentin

Dr. Ina Sander - Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg

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Workshop 3 - DigiSchuKuMPK CoP 3: Datenbasierte Schulentwicklung

Schulen verfügen bereits über vielfältige Daten und Informationen aus unterschiedlichen Bereichen des schulischen Alltags. Dazu gehören schulische Kennzahlen, diagnostische Ergebnisse sowie Daten aus Befragungen, Evaluationen und Beobachtungen. Ihr Potenzial für die Schul- und Unterrichtsentwicklung entfaltet sich jedoch erst dann, wenn sie zielgerichtet ausgewählt, gemeinsam interpretiert und mit konkreten Entwicklungsfragen und Maßnahmen verknüpft werden. 

Im Projekt DigiSchuKuMPK (Digitalisierungsbezogene und digital gestützte Schul(kultur)entwicklung durch Multiprofessionelle Kooperation an ganztägigen Grundschulen) wurde gemeinsam mit Ganztagsgrundschulen eine modulare Fortbildungsreihe entwickelt, die Schulen auf diesem Weg unterstützt. Entstanden sind praxisnahe Materialien und Tools (z. B. ein Diagnostik-Jahreskreis und Handreichungen zur Durchführung von Schülerinnen- und Schülerbefragungen), die an unterschiedlichen Phasen datengestützter Entwicklungsprozesse ansetzen und sowohl im Kollegium als auch in multiprofessionellen Teams genutzt werden können. 

Im Workshop stellen wir ausgewählte Materialien vor und nehmen sie als Ausgangspunkt für die gemeinsame Auseinandersetzung mit datengestützter Schulentwicklung. Anhand exemplarischer Zugänge möchten wir mögliche Einsatzbereiche gemeinsam reflektieren und diskutieren. Welche Voraussetzungen braucht es, damit Daten im Schulalltag tatsächlich für Entwicklung genutzt werden können? Und wie lassen sich entsprechende Prozesse so gestalten, dass sie an den jeweiligen Bedarfen einer Schule ansetzen? 

Der Workshop bietet Raum, die vorgestellten Ansätze mit eigenen Erfahrungen und Perspektiven zu verbinden und gemeinsam zu betrachten, wie ein Transfer in unterschiedliche schulische Kontexte gelingen kann.

Referentinnen

Prof. Dr. Sonja Nonte 

Professorin für Forschungsmethoden mit dem Schwerpunkt Schulentwicklung an der Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft (IfE), Abteilung Schulpädagogik 

Nicol Sperling 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft (IfE), Abteilung Schulpädagogik

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Workshop 4 - Datenkompetenz für Schülerinnen und Schüler

Mediennutzung und Daten - diese Themen sind untrennbar miteinander verknüpft. Unmengen an Daten entstehen, wenn wir online sind: beim Surfen, Recherchieren, Spielen, Kommunizieren in Messengern und Sozialen Netzwerken, …

Datenkompetenz ist daher ein wichtiger Bestandteil der Medienkompetenz, die wir jungen Nutzerinnen und Nutzern vermitteln möchten. Unter anderem geht es dabei um Datenspuren, Privatsphäre, Tracking und Datenschutzeinstellungen.

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Datenkompetenz für Schülerinnen und Schülern mit Blick auf die Kinderrechte. Wir beziehen uns dabei auf die drei Säulen des Kinderrechtedreiecks: Befähigung, Schutz und Teilhabe.

Nach einer fachlichen Einordnung der Kinderrechte bei der Mediennutzung werden passende medienpädagogische Methoden und Materialien für die Vermittlung von Datenkompetenz vorgestellt und ausprobiert. Was Datenkompetenz mit Demokratiebildung zu tun hat und wie Medienkompetenzförderung partizipativ gestaltet werden kann, wird ebenfalls betrachtet.

Zusätzlich werden wir Möglichkeiten ausloten, wie Datenkompetenz im schulischen Medienkonzept und der medienpädagogischen Elternarbeit verankert werden kann.

Referentinnen

Deborah Woldemichael, EU-Initiative klicksafe

Michaela Brauburger, Katina Hahn, Schule.Medien.Recht.
Referat 2.17, Referatsgrupe Schulentwicklung, PL

Julia Schuhmacher, Medienkonzepte, Elternangebote
Referat 2.17, Referatsgrupe Schulentwicklung, PL

Christine Zinn-Schätz, Demokratiebildung
Referat 2.15, Referatsgruppe Schulentwicklung, PL

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Workshop 5 - Data Richness – Der Beitrag interner Evaluationen zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung

Im Kontext datengestützter Schul- und Unterrichtsentwicklung ist ein Verständnis von Datennutzung verbreitet, das davon ausgeht, dass Schulen extern generierte Daten (z. B. Lernstandserhebungen wie VERA 3 oder VERA 8) zur Weiterentwicklung von Schule und Unterricht nutzen. Nach dem Konzept „Data Richness“ sollten demgegenüber auch von Schulen im Rahmen interner Evaluationen selbst erhobene Daten zur schulischen Qualitätsentwicklung hinzugezogen werden (vgl. Hejtmanek u. a., 2024). 

Im Workshop stehen daher Verfahren der internen Evaluation in Schulen im Mittelpunkt. Es werden Wege aufgezeigt, wie sich durch schulinterne Evaluationen relevantes Handlungswissen herstellen lässt. Es werden zwei vom PL vorgehaltene Befragungsportale vorgestellt, mit denen sich Lehrkräfte von ihren Schülerinnen und Schülern ein Feedback zu ihrem Unterricht einholen können (EVA Klasse) bzw. mit denen schulweite Befragungen von bis zu fünf Befragungsgruppen durchgeführt werden können (EVA Schule). Darüber hinaus kann bei Bedarf auf weitere Angebote des PL zur internen Evaluation, wie den Chatbot Evaluela, den Selbstlernkurs Schülerfeedback oder die Evaluationsberatungen des PL, eingegangen werden. 

Abschließend besteht die Möglichkeit, eines der vorgestellten Werkzeuge auszuprobieren oder sich mit anderen Teilnehmenden über deren Anwendung in der schulischen Praxis auszutauschen.

Referent

Dirk Groß, Arbeitsbereich “Interne Evaluation in Schulen (InES)”, PL

Weiterführende Links:
Literatur

Hejtmanek, R. A., Hahn, S., Schulte, K., & Klein, E. D. (2024). Data Richness in Schulen unterstützen. Eine Handreichung für Akteur*innen aus dem Unterstützungssystem (2. Aufl.). Dortmund / Hamburg: Technische Universität Dortmund, Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung

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Workshop 6 - Datengestützte Unterrichtsentwicklung mit Mathe sicher können

Der Workshop gibt vertiefte Einblicke und Diskussionsmöglichkeiten konkret für das Diagnose- und Förderkonzept von Mathe sicher können, mit denen viele Schulen bereits arbeiten.

Referentinnen

Ursula Bicker, Pädagogisches Landesinstitut RLP
Ansprechperson für das Fach Mathematik und die Beratungsgruppe Mathematik

Prof. Dr. Susanne Prediger
Professur für Mathematikdidaktik und fachbezogene Professionalisierungsforschung
Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts (IEEM)
Fakultät für Mathematik, Technische Universität Dortmund
Projektleitung im Deutschen Zentrum für Lehrkräftebildung Mathematik

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15.15 - 15.45 Uhr | Live-Podcast: MEduPod - Media Education Podcast

Die beiden Producer:innen des MEduPod - Media Education Podcast fassen zum Abschluss der Tagung die wichtigsten Themen und Diskussionen zusammen und bewerten sie im Kontext von Medienbildung in Schulen. Sie führen dazu kurze Interviews mit Vortragenden und den Veranstalterinnen und Veranstaltern und ergänzen diese durch eigene Gedanken. 

Der Podcast wird am 18.11.2026 bei Spotify, Apple Podcast und bei Podbean.com veröffentlicht.

Producer:innen

Univ.-Prof. Dr. i. R. Stefan Aufenanger, Mainz

Madlen Glass, M. A.
AG Weiterbildung und Medienbildung
Institut für Erziehungswissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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15.45 Uhr | Abschluss

Informationen

Termin

Donnerstag, 5. November 2026
9.30 - 15.45 Uhr

Veranstaltungsort

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Alte Mensa
Forum Universitatis
55122 Mainz
Campusplan und Anreise

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Programm

Anmeldung

Beteiligte Personen

Veranstalter

Logo mit Schriftzug Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich 02 – Sozialwissenschaften, Medien und Sport
Institut für Erziehungswissenschaft
Arbeitsbereich Medienpädagogik
Arbeitsbereich Schul- und Jugendforschung

Beteiligte Personen

Logo des Pädagogischen Landesinstituts RLP

Abteilung 2
Schulleitung und Schulentwicklung

Digitales Kompetenzzentrum

Beteiligte Personen